TEIL 2: Südengland – neu verkabelt – Sommer 2016

Noch ganz berauscht vom Fossilienfieber verließen wir die Jurassiccoast und erreichten über Exeter das Darthmoor. Gerne hätte ich noch tagelang mit den Kindern den Strand abgesucht, aber irgendwie konnten wir die Distanzen hier schlecht einschätzen und je westlicher wir kamen, desto langsamer ging es voran.

Nach gut 60 km und 2 Mal Radmuttern prüfen hatten wir den östlichen Rand von Darthmoor erreicht. Leider war der Pfad zu den Step Bridges bei Dunsford gesperrt, die wir uns eigentlich anschauen wollten. Uns blieb also nichts anderes übrig, als weiter hinein ins Darthmoor zu fahren. Wir waren bereits auf der Suche nach einem Plätzchen für die Nacht und steuerten direkt den nächsten Ort an

Moretonhampstead

(Donnerstag, 18.08. –  Freitag, 19.08.2016)

Beim Durchschlendern des kleinen Ortes wurde schnell klar, dass wir hier kein Nachtlager würden aufschlagen können. Der Ort hat sich auf den Tourismus eingestellt und hat ein lebendiges Dorfleben durch Kneipen und Cafes. Uns beeindruckte die am Ortseingang stehende Kirche St. Andreas, dessen Friedhof wir gleich erkundeten. Die alte Kirche aus Ganit stammt aus der Mitte des 15. Jahrhunderts. Es ist ein gut erhaltenes denkmalgeschütztes Gebäude mit dem für hier typischen Flair. Weil die Zeit aber drängte einen Platz für die Nacht zu finden fuhren wir wieder aus dem Ort hinaus weiter auf der B3212 Richtung Postbridge. Genau 8 km später wurden wir fündig: ein kleiner Parkplatz auf einer Anhöhe der uns einen atemberaubenden Blick über die Moorlandschaft gewährte. Um uns herum blökende Schafe – nur das gute wetter wollte einfach nicht zum Dathmoor passen.

Das hatte sich am nächsten Morgen dann auch erledigt… ganz so wie es sich für ein Moor in England gehört, wurden wir morgens mit Nieselregen und Nebel geweckt – na endlich! Echtes Englisches Wetter!!! Aber leider schien es so, als habe Elliot nur auf diesen Moment gewartet: … gerade als der Nebel so dick war, dass man die Hände vor Augen nicht mehr sah und es sich zum allerersten mal überhaupt seit wier hier in England waren so richtig eingenieselt hatte: Fatz! Zarabatz! Riss …. tataaaaaaa …. der Keilriemen! Na Danke auch! Warum denn auch bei Sonnenschein schrauben – das kann ja jeder! Seit unserem Lichtmaschienenumbau riss der Keilriemen alle 500 bis 700km…. drum hatten wir zum Glück gleich eine ganze Auswahl an Ersatz im Gepäck. Zu Hause würden wir uns diesem Problem annehmen müssen 🙁

Wenn einem der kalte Regen den Rücken runterrinnt, die Jeans nasskalt an den Beinen klebt und einem die Schrauben vor bibberkalter Eiseskälte aus den Fingern rutschen,  die Kinder sich im Bus drin fetzen (so als Hintegrgrundmusik) – dann frägt man sich schon, warum man eigentlich nicht irgendwo gemütlich in einer der vielen Hotelanlagen dieser Welt mit Kinderanimation am Pool entspannt. Aber das sind meist nur kurze Aussetzer – dann weiß man gleich wieder warum man auch diese unvergesslichen Momente lieben lernt – weil sie halt einfach dazu gehören, zum Rostlaubenbummeln!

Aber zurück in den Regen: der hatte schon langsam aufgehört und es klarte auch schon etwas auf. Nach 55 km die uns durch Postbridge > Tow Bridge > Tavistock und Gunnislake führten erreichten wir irgendwann Minions, das am südlichen Rand des Bodmin Moors in Cornwall liegt. Für hier hatte ich eine kleine Wanderung herausgesucht, zu der wir als bald aufbrachen.

Minions

(Freitag, 19.08 – Samstag 20.08.2016)

The Hurlers sind runde Steinkreise.  Die Menhire der Anlage bilden drei Steinkreise, die aus der frühen Bronzezeit stammen. Der Legende nach wurden hier Männer und Frauen die verbotenerweise am Feiertag Hurling spielten in Steine verwandelt. Die Steinkreise liegen nur wenige schritte hinter dem Parkplatz auf dem wir Elliot abgestellt hatten. Die Landschaft breitete sich wunderschön vor uns aus und so entschlossen wir uns für einen ein kurzer Abstecher (ca. 1½ km nördlich) durch das Moor zum Cheesewring zu spazieren.

 

Schon von weitem konnten wir die eigensinnige Form der aufeinandergestapelten Steine oben auf dem Berg am Rande des Cheesewring-Steinbruchs sehen. Querfeldein hielten wir direkt auf die Formation zu. Diese ist eine natürliche Felsformation, die durch Vereisung und Erosion über viele Tausende von Jahren gebildet wurde. Oben angekommen bot sich uns ein atemberaubender Blick über die kornische Landschaft. Weil es aber doch recht windig war, machten wir uns bald wieder an den Abstieg und verweilten noch etwas am kleinen Teich im windgeschützteren Steinbruch. Auf dem Rückweg der uns von der anderen Seite ins Dorf kommen ließ erkundeten wir die Ausstellung im Heritage-Center, die interessierten Besuchern die Geschichte des Ortes über Infotafeln und interaktive Würfel näher brachte.

In Minions beschlosen wir auch über Nacht zu bleiben. Morgens empfing uns ein diesig niesliger Tag der nicht zum Frühstück im Freien einlud. Sehr zum ärger der Moorschafe die uns belagerten in der Hoffnung auf was Leckeres. Nach dem Frühstück tuckerten wir in das kanapp 60km entfernte Truro, wo ich ein Traum für Liam erfüllen sollte 😉

Truro

(Samstag, 20.08.2016)

Truro ist die südlichste stadt Englands und hat rund 19.100 Einwohner. Sie liegt am gleichnamigen Fluß im Herzen von Cornwall und ist bekannt für seine neugotische Kathedrale, die 1910 fertiggestellt wurde (1880–1910).

Im kleinen Städtchen herrschte ein emsiges Treiben und Liam bekam endlich „seine Prinzessin“ zu sehen. Gerade als wir aus der Kathedrale kamen nämlich, räkelte sie sich barfuß im roten Kleid vor der Kamera – für Liam war klar- das KANN nur eine echte Prinzessin sein und so war unser Urlaub gerettet und sein Urlaubstraum erfüllt!

Unser eigentliches Tagesziel lag nun nur noch 21km vor uns. Wir hielten uns ab Truro südlich und fuhren geradewegs auf einen der bekanntesten Gärten Südenglands zu.

Glendurgan Garden

(Samstag, 20.08.2016)

Hier sollte sich Neles Traum erfüllen: Einmal ein echtes Labyrinth erkunden!

Und auch sonst ließ Glendurgan Garden keinerlei Erwartungen offen. Der Garten gehört zum National Trust und liegt an der Mündung des Herford River. Dank des milden Klimas durch den Golfstrom ist es möglich, in Glendurgan neben heimischen Arten eine große Anzahl subtropischer Gewächse ganzjährig im Freiland zu kultivieren. Der Irrgarten aus Lorbeerhecken, den wir natürlich sofort durchwanderten, wurde schon 1833 angelegt.

Er ist wie der benachbarte Trebah Garden ein kornischer Schluchtgarten, das heißt, er liegt zwischen steilen Hügeln in einer schmalen Schlucht, die sich bis zum Ufer des Helford River hinab zieht. Ein kleiner Wasserlauf durchfliesst den Garten, und bildet kurz vor dem Strand einen Teich. Unten im Dörfchen Durgan, das ebenfalls größtenteils in Besitz vom National Trust ist,  gibt es ein Minimuseeum und kleine Fischerhäuschen zu bestaunen. Insgesamt leben hier tatsächlich noch 10 Personen.

Müde und überwältigt von den Eindrücken des Tages machten wir uns auf die Suche nach einem Plätzchen für die Nacht. Glücklicherweise mussten wir nicht lange Suchen – gerade mal 1 km später wurden wir fündig auf einem NT Parkplatz in netter (Düdo)Gesellschaft. Während Ralf uns ein leckeres Abendessen zauberte machte ich mich in Begleitung von Elmo auf, die Umgebung zu erkunden.

Die Nacht verlief wunderbar ruhig …

Es hatte nun doch ganz schön zugezogen und es sah uns sehr nach Regen aus. Also stellten wir unsere Tour kurzerhand auf SchlectwetterProgramm um. Statt den Tag an der Küste von Lizard Point zu verbringen hielten wir direkt auf Marazion zu, das eine ganz besondere Sehenswürdigkeit für uns bereit hielt:

St. Michael’s Mount

(Sonntag, 21.08.2016)

Dem kleinen Ort Marazion (wo wir auch parkten) ist eine Gezeiteninsel vorgelagert, die man nur bei Ebbe über einen schmalen Damm erreichen kann oder eben mit dem Boot. Schon von weitem erinnert einem die Insel mit dem darauf befindlichen Gebäude an Mount Saint Michele an der französischen Küste zwischen Normandie und Bretagne, aber zu unserem großen Glück waren hier nicht ganz so große Menschenmassen unterwegs. Das gesamte Anwesen gehört zum National Trust, also hatten wir freien Zugang. Nur elmo wurde der eintritt verwährt (zur Burg) und so erkundeten wir getrennt das alte Gemäuer.

Nach dem Eintrittshäuschen im Garten auf der Insel Weg, erklommen wir erst einmal auf einem steilen gepfalsterten weg den kleinen Berg auf dem die Burg steht. Unterwegs kamen wir am Herz des Riesen  „The Giant´s Heart“ vorbei, das der Legende nach einem Riesen gehörte, der hier auf der Insel hauste.

Siedler des Bronzezeitalters, Mönche, Pilger und Soldaten haben allesamt ihre Spuren auf dem „Michaelsberg“ hinterlassen. Im inneren der Burg gibt es allerhand zu bestaunen. Sehr gut erhalten ist die Burg und auch für Kinder wirklich sehenswert. Uns wurde die Zeit keineswegs lang zwischen alten Schwertern, Rüstungen und feinen Haarnadeln und Broschen.

Obwohl doch einiges los war, fühlten wir uns regelrecht zurück versetzt in die Zeit der Ritter und Hofdamen. Zur abschließenden Krönung gab der Burghof, der weit oben zwischen den Zinnen lag, einen gigantischen Blick frei über die tief unten liegenden, terrassenförmig angelegten Gärten die leider gesperrt waren. Bis heute leben tatsächlich noch 30 Menschen auf der Insel.

Fasziniert von der Pflanzenwelt und den englischen Gärten erstand Nele von ihrem Urlaubsgeld eine orginal Saint Michaels Mount Steinpflanze, die unsere bisherige Pflanzensammlung in Elliot bereicherte 🙂 Es sollte nicht das letzte grüne Mitbringsel aus England bleiben….

Kaum hatten wir die Insel trockenen Fusses verlassen, kroch auch schon langsam wieder die Flut daher und leckte mit ihrer nassen Zunge um die Steine. Schneller als wir uns vorstellen konnten eroberte das Meer das Land zurück und machte den Michaelsberg wieder zur Insel.

Der Tag war wie im Fluge vergangen und so waren wir unheimlich froh als wir entdeckten, dass ganz in der Nähe ein britstop lag. Das ersparte uns die Sucherei nach einem Schlafplatz und so tuckerten wir gemütlich ins gerade mal 8 km entfernte Ashton, wo wir im Garten des Pubs „Lion and Lamb“ die Nacht verbrachten.

Asthon

(Sonntag, 21.08 – Montag, 22.08.2016)

Im Pub war eine tolle Stimmung und wir kamen auch mit dem ein oder anderen Gast über Elliot ins Gespräch. Ein besonders uriger Oldtimerliebhaber überraschte mich allerdings mit dem Unwissen darüber, dass es auf der Welt auch anderes als Rechtslenker gab – ihm klappte fast die Kinnlade herunter als er Elliots Lenkrad rechts nicht finden konnte 😀

Morgens hatte sich das Wetter schon wieder stabilisiert und so konnten wir unsere eigentlichen Pläne vom Vortag umsetzen:

Die Halbinsel Lizard

(Montag, 22.08 – Mittwoch, 24.08.2016)

Hier verbrachten wir die kommenden 2 Tage. Zunächst einmal nahmen wir auf der Suche nach Poldhu eine falsche Abzweigung – was sich noch als wunderherrlichen Zufall erweisen sollte. Denn nur so führte uns der Weg zu einer wunderschönen alten Kirche, der „Church of the storms“ von Gunwalloe. Es ist die einzige kornische Kirche, die tatsächlich am Strand liegt.

Hier war es so schön und der Parkplatz so einsam zwischen zwei Stränden gelegen, dass wir zum ersten mal (außer unserer Zwangspause in Lyndhurst aus dem ersten Teil) für mehr als eine Nacht unser Lager aufschlugen. Unser Erkundungsspaziergang führte uns zunächst zum hinteren der beiden Strände

Church Cove

Wie der Name schon ahnen lässt, liegt direkt an der Bucht unterhalb eines kleinen Hügels eine kleine, wettergegerbte Kirche:

The Church of Storms

Am nördlichen Ende des Strandes gelegen, ist die Kirche vom Meer nur durch den felsigen Buckel des Burgmounds getrennt, während der freistehende Glockenturm in die Klippe gegraben wurde. Im Laufe der Jahrhunderte wurden immer wieder Massen von Granit in die Lücke zwischen Kirche und angrenzender Dollar Cove (vordere Bucht) gekippt um die Wucht der anbrandenden Wellen zu brechen. Zwischen dem 9.ten und 11.ten Jahrhundert war hier wohl eine größere Siedlung gewesen – übrig ist heute nur noch die Kirche und ein Bauernhof.

Als ich von meiner Kirchenerkundung zurück kam, hatte der Wind nachgelassen, die Drachen war eingeholt und  Nele und Liam jagten jetzt allerlei Getier nach, welches das sich zurückziehende Wasser frei gab. Beste Gelegenheit sich wieder mal auf eine Wandererkundung der Umgebung auf zu machen.

Ich hatte mir vorgenommen Polduh Cove an zu visieren, das wir ja eigentlich morgens gesucht hatten. Schnell hatte ich den Bergkamm erklommen und der Blick wurde frei über den weiteren Küstenverlauf. Poldhu Cove lag unter mir und spätestens jetzt war ich um den Verfahrer doppelt froh:

Zur einen Seite hinter mir lag das familiär besuchte Fleckchen an dem sich auch meine Liebsten gerade der Badefreude hingaben – zur anderen Seite war unten ein wahrer Touristentumult ausszumachen. Trotzdem stieg ich hinab – ich wollte auch noch den nächsten Hügel erklimmen auf dem ein herrschaftliches Gebäude seit unserer Ankunft meine Neugier geweckt hatte. Nachdem ich durch die Menschen-/ und Blechmassen der Poldhu Cove hindurch war, wurde es schnell wieder einsamer und friedlicher. Bald hatte ich das weiße, von weit her sichtbare Anwesen erreicht und es entpuppte sich als (das wohl schönste) Seniorenheim (aller Zeiten). Was für ein Ausblick, was für eine Lage um seinen Lebensabend zu verbringen! The Poldhu Care Home! So möchte man alt werden!

Nach einer guten Stunde war ich wieder zurück und der Strand füllte sich nun doch auch hier in der Church Cove allmählich. Weil wir ja schon seit morgens am Strand waren, zogen wir uns also erst mal zu Elliot zurück um uns Abends nochmal auf den Weg zu machen.

Nun war die Landschaft wieder wie ausgestorben – nur wir und das Meer. Den Sonnenuntergang genossen wir oberhalb der ersten Bucht – der Dollar Cove – und waren ein weiteres Mal tief beeindruckt von der Wildheit und Kraft des Meeres, das nun mit lautem Getose gegen die Felsen krachte. Kaum vorzustellen, dass wir hier nachmittags noch gebadet hatten…

Am nächsten morgen wurden wir gleich von der sonne begrüßt. Der Tag schien wieder ein herrlicher Sonnentag zu werden, so stand das Programm ausser Frage: BADEN!

Da wir inzwischen entdeckt hatten dass in der Church Cove bis Oktober Hunde eigentlich nicht willkommen waren, zogen wir morgens gleich an den ersten Strand direkt vor dem Hügel der sozusagen fast am Parkplatz angrenzte. Dort gab es auch eine Toilette und ein kleines Kiosk.

Dollar Cove

Abends waren hier bei Flut nur schroffe Felsen und wildes Getose gewesen. Jetzt aber, wo die Ebbe das Land frei gab breitete sich eine wunderbare Sandbucht vor uns aus.

Über den Namen der Bucht wird einiges spekuliert: Bekommt man an einer Stelle die Info dass hier 1526 ein portugisisches Schiff mit einem Schatz versunken sein soll, liest man an anderer Stelle darüber, dass hier 1780 mehr als 2 Tonnen Silbermünzen über Bord gegangen sein sollen. Ob nun Märchen oder nicht – die Erzählungen reichen aus, um doch den ein oder anderen mit Metalldetektor her zu locken, der hier sein Glück machen möchte.

Wir fanden unser Glück ganz ohne Silberstücke – Wassernixenglück und Badekönigwonne!

Den ganzen ganzen ganzen Tag wurde geplanscht, gespritzt und gebadet

Und weil wir Abends immer noch nicht genug hatten von diesem ganz besonderen Ort, gab es noch eine kleine Abendwanderung  um der Sonne Gute Nacht zu sagen.

Ganze 4 Wochen hatten wir für England eingeplant und trotzdem nicht genug Zeit um an einem solchen Ort noch länger zu verweilen… mit einem Gefährt wie Elliot wollen die Etappen gut eingeteilt sein und so hieß es also Abschied nehmen, obwohl wir zunächst noch tagsüber auf der Lizard Halbinsel blieben:

Kynance Cove

Die Bilderbuchbucht schlechthin!

Das wussten leider nicht nur wir und so war die wirklich beeindruckende Landschaft alles andere als menschenleer. Trotzdem verweilten wir einige Zeit um uns alles anzusehen und die Naturkulisse zu geniesen. Hundebesitzer sollten bedenken, dass die Vierbeiner hier keinen Zutritt haben. Die Kynance Cove wie auch die ganze Umgebung ist im Besitz von National Trust, der hier auch den Parkplatz unterhält. Die Mitgliedschaft hatte sich längst bezahlt gemacht auf unserer Tour.

Es gibt 2 wege vom Parkplatz hinunter: einen kurzen steilen und ein etwas längeren weniger steilen. Es dauerte noch ca 1 Stunde bis die Ebbe die ganze Schönheit der Bucht frei gab. Überall tummelten sich Leute und schienen wie wir darauf zu warten, dass sich das Wasser vollends zurück zog. Farbenprächtiges Gestein, weißer Sand, türkisfarbenes Wasser und bunt blühende Heideteppiche voller duftender Kräuter bannten unseren Blick.

Zurück zu Elliot nahmen wir den etwas längeren Weg, der immer wieder wunderschöne Blicke auf die steinernen Türme der Bucht frei gibt .

Über Helston verließen wir die Lizard Halbinsel, ließen Land´s End rechts liegen und durchquerten Cornwall um an die Nordküste zu kommen. Unser Ziel war der 6 km lange Strand von St. Yves – die St. Yves Bay. Wir fuhren nördlich über Gwithian direkt auf Godrevy Head zu, wo es wiederum mehrere Parkplätze von National Trust gibt.

Ein wahres Surferparadies scheint diese riesige Sandbucht zu sein und auch für Kinder ein tolles Sandelparadies. Durch die Tide allerdings trocknet der Sand nur sehr langsam ab und es ist deshalb schwer sich ein trockenes Lager zu richten. Da wir sowieso keine Badelust verspürten nachdem wir die „Große Zehenprobe“ gemacht hatten, suchten wir uns kurzerhand oberhalb des Strandes auf der begrasten Ebene über dem Felsabbruch (godrevy rocks) ein Plätzchen und schauten dem emsigen Treiben unten zu.

Godrevy Island bietet sich auch für eine schöne Rundwanderung an (8km) mit dem Höhepunkt am „hell´s mouth“. Da wir aber schon relativ spät dran waren und weder Nele noch Liam dafür begeistern konnten, verließen wir schließlich Godrevy Cove tuckernd mit Elliot und suchten uns an der Portreath Heritage Küste direkt nach Godrevy island ein Plätzchen für die Nacht.

North Cliffs – Portreath Heritage Coast

(Mittwoch, 24.08 – Donnerstag, 25.08.2016)

Hier fielen die Klippen mehrere hundert Meter tief ab, sodass es einem ganz mulmig wurde beim Drachen steigen lassen… Elmo ließen wir lieber nicht von der Leine und um den kleinen Holzzaun der den Parkplatz ( North Cliffs) zur Klippe hin begrenzte waren wir ganz froh.

***

Die Nacht verlief auch hier ganz ruhig und beim Frühstückskaffe schmiedeten wir Pläne, was heute zu unternehmen war. Heute sollte auch der Tag sein, an dem Ralf sich endlich entspannen konnte 😀 DENN, endlich endlich endlich wurde er fündig und wir hatten wieder einen Wagenheber im Gepäck – da reiste es sich doch gleich viel lockerer!

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Außerdem kam heute Ralfs Ausflugswunsch für England dran, was für ein Glückstag! 80 km tuckerten wir gen nord/osten und kamen schließlich an im berühmten

Tintagel Castle

(Donnerstag, 25.08.2016)

Die recht verfallene Burgruine liegt auf einer kleinen Halbinsel die nr mit einer schmalen Landzunge verbunden ist. Der Sage nach fand hier die Zeugung von König Artus statt ( Geoffrey von Monmouth schrieb Mitte des 12. Jahrhunderts die Arthur-Legende)

Die Besucherströme hielten sich wider erwarten in Grenzen, obwohl dies der meist besuchteste Ort Englands sein soll. Abgesehen von den Artus Geschichten hat der Ort selbst tatsächlich auch eine ganz magische Ausstrahlung. Unter der Ruine ist eine Höhle die bei Ebbe fast durchwandert werden kann und am kleinen Strand plätschert märchenhaft ein bemooster Wasserfall hinab der sich über den Kiesstrand seinen Weg ins Meer bahnt.

Auch hier führt der schmale Pfad, der Coast Path entlang, dem wir Schritt für Schritt bis zurück nach Tingtagel folgten immer die Augen suchend auf die Wasseroberfläche gerichtet – denn hier sollte es neben den ganzen sagenumwobenen Örtlichkeiten auch Seerobben geben, was Liam und Nele viel mehr als alles andere faszinierte.

Im großen Bogen bewegten wir uns ja jetzt schon wieder Richtung zurück. Immerhin blieben auch nicht mehr viele Tage übrig. Dieses Mal den richtigen Parkplatz zu finden gelang uns nicht und so quetschten wir uns fluchend durch enge Gassen die ziemlich sicher nicht für dicke Busbäuche gebaut worden waren. Irgendwann, nach fiebern und schwitzen kamen wir an einem National Trust Parkplatz an und da wir nun schon mal hier waren, bleiben wir auch hier!

Northcott Mouth * Happy birthday Elmo

(Donnerstag, 25.08 – Freitag 26.08.2016)

Als wir am nächsten Morgen den angrenzenden Berg erklommen, wurden wir ein weing mit diesem Örtchen versöhnt. Viele viele Stufen ging es hinauf – oben angekommen hatte man einen gigantischen Blick über die zerklüftete Küste. Trotzdem brachen wir noch am vormittag wieder auf, wir hatten noch andere Pläne.

Der angeblich schönste Friedhof von Devon lockte uns:

Morwenstow

Wieder hatten wir Schwierigkeiten einen geeigneten Weg zu finden. Immer wieder mussten wir Umwege in Kauf nehmen, da die Steigungen zu krass für Elliot waren oder die Fahrbahn schlichtweg zu schmal. Manchmal, wenn es für ein Umkehren zu spät war ächzte und hoppelte Elliot die schmalsten Steigungen hoch und nicht nur ein mal  hatten wir das Gefühl als würde er gleich kleben bleiben am Hang. Puuuuhhhhhh! Irgendwann aber kamen wir doch noch an. Morwenstow ist ein verträumtes  Fleckchen abseits jeglichen Trubels direkt an der Küste. Auf dem Friedhof der Kirche sind viele bei Schiffsunglücken verstorbene Seeleute bestattet, teils anonym in Massengräbern – was auf die gefährliche See hier vorort mit ihren tückischen Riffen und Strömungen hindeutet

 

Bekannt wurde die Kirche St. Morwenna weniger wegen ihres Friedhofs als wegen ihres exzentischen Pfarrers Reverend Robert Stephen Hawker, der die Pfarrei von 1834 bis 1875 unter seinen Fittichen hatte. Sein Hang zum Dichten, zur Opiumpfeife und zur Spiritualität machte ihn weit über die Grenzen Morwenstows bekannt

Ganz in der Nähe der Kirche, über einem Feld an der Steilklippe der Küste befindet sich Hawkers Hütte. Sie ist ein von Hawker selbst gebauter Bretterverschlag den er aus Treibholz gesunkener Schiffe zusammengezimmert hatte. .Hierhin zog er sich zurück, um Gedichte zu schreiben und Opium zu rauchen. Bei geöffneter Tür konnte Hawker über das Meer bis Lundy Island blicken. Heute ist die Hütte das kleinste Bauwerk, das unter dem Schutz des National Trust steht.

Den Rest des Tages verbrachten wir damit strecke zu machen. Das ist in Cornwall leichter gesagt als getan, besonders wenn man ein so breites Fahrzeug hat wie elliot eines ist. Trotzdem schafften wir satte 120km, vorbei an Barnstaple und am Exmoor bis wir schließlich in Doniford landeten. Dort nämlich, hatten wir uns einen ganz besonderne britstop ausgeguckt:

Die Doniford Farm

(Freitag 26.08. – Samstag, 27.08.2016)

Die Farm liegt direkt am Bristolkanal in West Somerset. Stehen konnten wir auf einer der weiden mit ausblick direkt auf Alpakas, esel und Ziegen. Die Farm hat einen Hofladen, ein Cafe, eine kleine Gärtnerei und auch sonst wird hier allerhand Kurioses feil geboten – so gibts eine art Trödelladen, dazwischen immer wieder spielbereiche für Kinder aber das größte highlight ist wohl das Tiere füttern.Im Hofladen gibts für kleines Geld Salat und Möhren kleingeschnippelt, das verfüttert werden darf. Die Tierzusammenstellung ist nicht weniger kurios wie die Produktpalette: Enten, Ziegen, Alpakkas, Landschildkröten, Echsen, Erdmännchen, Ponnies, Papageien …. um nur einige zu nennen.

Das Meer ist von hier auch nicht weit und so war der allabendliche Spaziergang gesichert. Mit einem Foto von elliot auf der Doniford Farm gewannen wir den Fotowettbewerb Dezember 2016 und somit ist uns britstops auch für  2017 sicher 🙂

 

Gleich morgens nach einer Abschiedsrunde durch die Ställe machten wir uns wieder auf den weg. Gerade mal 50km landeinwärts befand sich

Glastonbury

Glastonbury ist eine flippige, kunterbunte Kleinstadt in Somerset. Das liegt wohl am ehesten daran, dass Glasteonbury nachgesagt wird das sagenumwobene Avalon zu sein. Überall findet man esoterische Läden, Mystikshops und Hexenbedarf. Heilsuchende können sich Tarotkarten legen lassen oder ihr Schicksal dem Pendel entlocken. Zum Flair trägt sicher auch die Ruinen der Glastonbury Abbey und die Mythen und Legenden rund um Arthus und um den nahegelegenen Hügel Glastonbury Tor be. Täglich pilgern hunderte Menschen in die Kleinstadt, die selbst gerade mal 8800 Einwohner hat.

Glastonbury Abbey

Die unheimlich beeindruckende Ruine ist eine ehemalige Abtei der Benediktiner. Trotz des stattlichen Eintrittsgeldes sollte man einen Besuch auf gar keinen Fall versäumen.

„1191 behaupteten Mönche der Abtei von Glastonbury, die Grabstätte von Artus und Guinevere entdeckt zu haben. In rund 2 Meter Tiefe seien sie auf eine steinerne Grabplatte und ein bleiernes Kreuz gestoßen. Das blonde Haar Ginevras sei, so die Überlieferung, bei der Berührung durch einen gierigen Mönch zerfallen. Die verbliebenen Überreste wurden 1278 in eine neue Gruft umgebettet. Diese wurde während der Reformation zerstört, die Gebeine gingen verloren. Der Antiquar John Leland beschreibt das Kreuz, welches mit den Überresten gefunden worden war. Es trug die Inschrift:

„Hic iacet sepultus inclitus rex Arturius in insula Avalonia“

„Hier liegt der berühmte König Artus auf der Insel Avalon begraben.“

Etwa 2,70 Meter unterhalb der Platte sei ein Sarg gefunden worden, gefertigt aus einem hohlen Baumstamm, mit den Knochen eines großen Mannes, dessen Schädel Verletzungen aufwies. Daneben habe ein kleineres Skelett gelegen, das man anhand der blonden Haare als das von Guinevere identifiziert zu haben glaubte. 1962 bestätigte der britische Archäologe Ralegh Redford den Fund dieses Grabes, konnte jedoch nicht beweisen, um wessen Ruhestätte es sich dabei handelt.“ (Quelle: Wikipedia)

Der heilige Dornbusch war im Mittelalter das Ziel vieler Pilger, er wurde jedoch während des Englischen Bürgerkriegs (1642–1649) abgehackt. Nach der Legende erblindete der betreffende Soldat durch einen herumfliegenden Splitter.

Eigentlich hätten wir Tage damit verbringen können in der alten Abtei zu verweilen und sich das Leben von einst vorzustellen. Immer wieder gab es was zu entdecken – da war die Grabplatte von arthus`angeblichem Grab fast schon Nebensache.

Auf dem Rückweg zu elliot nahmen wir nochmal die ganz besondere stimmung der stadt auf – nirgends sonst haben wir so viele verschiedene bunte Menschen auf einem Haufen gesehen: Freaks, Hippies, Magierinnen und Hexer – alte und junge und Touristen bunt gemischt.

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Elliot hatte auch Gesellschaft bekommen 🙂

Zum Tagesprogramm passte dann auch unser Übernachtungsort:

Woodhenge

(Samstag, 27.08. – Sonntag, 28.08.2016)

Das im Schatten der Berühmtheit liegende woodhenge ist gerade mal 4 km weit entfernt von stonhenge. Kaum einer kennt es, keine Absperrung, keine Verbotsschilder, nichts! Gerade mal eine Tafel weist auf die Hintergründe von woodhenge und bestimmt wäre es eine total mysthische Nacht geworden, wäre nicht gerade heute Nacht ein besonderer Pokestop in woodhenge gewesen. So irrten die ganze Nacht Jugendliche mit irrem Blick aufs Handys durch woodhenge und um Elliot herum auf der Jagd nach den kleinen virtuellen Wesen.

Da sich unser Urlaub dem Ende näherte und wir noch einiges an Kilometern vor uns hatten wollten wir heute wieder Strecke machen. Das Wetter bot sich dafür an: immer wieder nieselte es und eine Engländerin rief ganz verzückt: „Already good old english weather!“ Nachdem es nun (bis auf wenige Ausnahmen) nahezu 3 Wochen trocken gewesen war. Von woodhenge hielten wir uns östlich, durchquerten Andover, Basingstok und Farnham und machten erst nach ca 100km Rast im National Trust Park

Abinger Roughs

Die Abinger Roughs sind ein weitläufiger Naturpark mit Waldwanderwegen und Pilgerpfaden. In diesen versteckten Wälder, die schon von Charles Darwin in den 1870er Jahren besucht wurden, befinden sich uralte Eichen, die über 300 Jahre alt sind, massive Buchen und blumengesprengte Wiesen. Die Wälder, die sich direkt vor den North Downs und Pilgrims Ways befinden, sind die Heimat vieler Vögel wie Goldcrest, Specht, Zaunkönig, Baumkrieger, Songthrush und Chaffinch. Kleine Picknickplätze laden zum Verweilen ein.

Leider blieben auch wir nicht verschohnt vom berüchtigten Verkehrshorror rund um London und so krochen wir wie viele andere Autofahrer genervt auf der Stadtautobahn Richtung Canterbury vorwärts. Nachdem wir dann die mitlerweile gesperrte Autobahn verlassen hatte ging es wieder ein bißchen besser vorwärts. Am frühen Abend erreichten wir endlich einen der wenigen Wohnmobilplätzen Englands. Von hier gibt es einen kostenlosen Pendlerservice direkt in die Stadt. Ansonsten hat der Platz die üblichen features zu bieten: Plätze mit Strom und Toiletten im Busbahnhofsgebäude.

Canterbury

(Sonntag, 28.08. – Montag, 29.08.2016)

Hier war doch einiges los auf dem Womostellplatz und es dauerte nicht lang, da wurden auch schon gleich erste Bekanntschaften geschlossen mit denen man Rießenseifenblasen machen konnte 🙂 Der Abend war ein ganz gemütlicher und morgens nutzten wir dann gleich den Shuttelservice in die Innenstadt. Die mittelalterliche Stadt Canterbury ist eine Universitätsstadt mit 55.240 Einwohnern. Sie liegt am Fluss Stour in der Grafschaft Kent. Neben der Kathedrale gehören auch die Abtei St. Augustinus und die Kirche St Martin’s Church – beide aus dem 6. Jahrhundert – zum UNESCO-Weltkulturerbe. Da wir in den letzten Wochen aber schon so viele Kathedralen und Gebäude angeschaut hatten, beliesen wir es in Canterbury beim Bummeln durch die Gassen.

Canterbury wurde im Zweiten Weltkrieg durch die deutsche Luftwaffe stark beschädigt, was den Mix moderner und historischer Bauwerke erklärt.

 

Wer Lust auf mehr Aktivität in Canterbury hat, dem sei eine geschichtliche Bootstour auf dem Stour empfohlen, vorbei an den alten Weberhäusern. Wir zogen für heute shoppen vor! Das nämlich war den ganzen Urlaub schon zu kurz gekommen meinte Nele und erstand sich kurzerhand ein Abendkleid, das fortan getragen wurde – wie ihr in den kommenden Tagen noch sehen werdet :D.

Nachmittags zottelten wir wieder gemütlich mit dem Shuttelbus zurück und verabschiedeten uns von den gerade erst gewonnenen Bekanntschaften. Weit war es nun nicht mehr nach Dover und so ließ auch die Aufregung bzgl eines evt Keilriemenreissers oder sonstiger Panne noch vor der Abreise nach. In Walmer bei Deal fanden wir einen passablen Strand und stellten Elliot einfach an den Straßenrand – zu spät um noch wählerisch zu sein, was den nächtlichen Stellplatz anging.

Walmer

(Montag, 29.08. – 30.08.2016)

Bei der Strandsuche hatten wir dieses Mal leider kein so großes Glück. Zu eng besiedelt war hier alles und ein Golfclub am anderen schien die letzten freien Plätze erobert zu haben. In Walmer fanden wir dann eine kleine Parkanlage an einem schönen Kiesstrand, mit diesen schönen orange-bunten pebbles, wie wir sie nun schon oft an englischen Stränden gesehen hatten.

Nach einem schnellen Sphaghettiabendessen, maschierten wir noch los – immer am Strand entlangvorbei an der Deal  Castle bis zum Deal Pier. Es war schon längst dunkel geworden und 4 kleine müde Füsse wollten so gar nicht mehr laufen. Da blieb uns nichts anderes übrig als den ganzen weg Huckepack zurück zu legen – puuuuuhhhhh selten habe ich mich so gefreut, Elliot an der Straße stehen zu sehen. Völlig erledigt fielen wir ins Bett – da störte es auch nicht mehr, dass wir am straßenrand parkten, wo immer wieder Autos vorbei fuhren.

White Cliffs of Dover

Morgen würde unsere Fähre gehen und so hatten wir uns für heute nochmal einen ganz besonderen Spaziergang ausgeguckt. Vom National Trust Parkplatz der über dem Hafengelände in Dover liegt starteten wir die Tour über die bis zu 106 m hohen Kreidefelsen von Dover bis zum Leuchtturm – Nele im Kleid wohl gemerkt.

Bei guter Sicht kann man von hier aus bis Frankreich sehen, das an der schmalsten Stelle des Ärmelkanals 33km misst. Bei guter Sicht kann man von hier aus bis Frankreich sehen, das an der schmalsten Stelle des Ärmelkanals 33km misst. In der steil abfallenden Front der Kreidefelsen nisten mehrere Vogelarten, darunter Eissturmvögel und Kolonien von Dreizehenmöwen. Da sich immer wieder Kalkbrocken lösen, wird Wanderen empfohlen mindestens 5 m Abstand zur Klippe zu halten.

Nach ca 3 km Fußweg erreicht man den legendären Leuchturm der ebenfalls vom National Trust gepflegt und erhalten wird.

South Foreland Lighthouse

Der viktorianische South Foreland Leuchtturm steht an den weißen Klippen von Dover. Der Leuchtturm wurde 1843 erbaut, um den Schiffen die Passage durch die Straße von Dover zu erleichtern.  Er war der erste elektrisch betriebene Leuchtturm und Schauplatz der ersten internationalen Funksignalübertragung.

Für Kinder hatte der National Trust auch hier wieder einiges im Angebot. So konnte man Drachen und Spiele ausleihen, Rätsel lösen oder erkunden wie einst der Leuchturmwärter gelebt hatte. Heute ist in einem der Turmwärterhäuschen eine kleine stilvolle Teestube eingerichtet die uns ganz in ihren Bann zog und die Zeit gefühlt um Jahrzehnte zurückdrehte. Bei einem Cream Tea im Liegestuhl schauten wir den Schiffen zu, wie sie sich durch die Straße von Dover manövrierten.

In der Teestube selbst herrscht das Ambiente der 1950er Jahre mit gemusterten Tapeten und Porzellantassen, alten Zeitungen und gehäkelten Eierwärmern und es wurden ganz klassisch englische Cream Teas serviert.

In diese andere Welt einzutauchen und hier einen wunderschönen Urlaub zu Ende gehen zu lassen können wir nur jedem weiterempfehlen.

Die 3 km zurück brauchten einiges an Animations- und Überredungskünste. Aber irgendwann kamen wir endlich und glücklich wieder bei Elliot an. Für die Nacht hatten wir einen britstops herausgesucht, der verlangte, dass wir uns wieder ein ganzes stück von Dover entfernten.

Haguelands farm bei Burmash

( Dienstag 30.08. – Mittwoch 31.08.2016)

Für den langen Anfahrtsweg hatte sich dieser Umweg wohl kaum gelohnt – aber das merkten wir natürlich erst im Nachhinein. Die haguelandsfarm warb mit Alpakkas, die wir aber weit und breit nicht finden konnten. Zwar gab es noch ein Maislabyrinth und der berühmten Liliputhbahn die hier vorbei führte. Die Romney, Hythe and Dymchurch Railway (RH&DR) ist eine 21,7 Kilometer (13,5 Meilen) lange, in einer Spurweite von 381 Millimetern (15 Zoll) ausgeführte Eisenbahnstrecke.

Immerhin erstanden wir bei Alpaca Annie einen wunderschönen Picknickkorb für Oma Giesela die gleich nach unserer Rückkehr Geburtstag hatte. Das wars aber auch schon mit highlights – selbst der Strand enttäuschte uns hier, weil er komplett zu betoniert war.

So fiel wenigstens der Abschied am kommenden Morgen nicht schwer und ohne Pannen kamen wir an der Fähre in Dover an

Um 15.00 Uhr erreichten wir Calais und starteten gleich durch. Den Heimweg brachten wir zügig hinter uns mit einer Übernachtung kurz hinter Maubeuge (dem Ort an dem Elliot seinen Kabelbrand hatte) und am 1.09 abends  liefen wir im Heimathafen ein 😀

 

Urlaubsbilanz:

Gefahren: 3444 km

Pannen: 3

  • Gerissenes Reifenventil in Calais
  • Verlorene Radmuttern im New Forest
  • Gerissener Keilriemen im Dartmoor

2 thoughts on “TEIL 2: Südengland – neu verkabelt – Sommer 2016

  1. Glückwunsch zum guten Verlauf der Reise und vielen Dank für den wunderschönen und informativen Bericht!

    Ich habe sowohl Teil 1 als auch 2 sehr aufmerksam gelesen und genossen!

    Grüße aus der Pfalz

    Peter

    • Hallo Peter, etwas spät meine Antwort… entschuldige! Es freut mich sehr zu lesen dass du den kompletten Englandbericht gelesen hast. Das war bisher mit Abstand der aufwändige Artikel und es ist drum um so schöner zu sehen dass er gelesen und gemocht wird 😀 Die allerbesten Grüße zu dir – bist du denn umgezogen? NITJA

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