Camargue – 2009

22.08.2009 – 6.09.2009

Am 22.08 tuckerten wir zu Hause mit unserer „Blauen Elise“, einem MB 207er los. Wir wollten erst mal bis St.Peter fahren und waren gespannt, wie Nele, unser neustes Familienmitglied, die ganze Fahrerei mitmachen würde. Außerdem hatten wir vor 3 Wochen erst einen Motorschaden gehabt und dieser Urlaub würde nun die Bewährungsprobe für den neuen Motor werden. Wir hatten ihn mit viel Schweiß und Zeit selbst eingebaut, Dank der Hilfe von Opa Uli.

Alles lief ganz gemütlich und entspannt. Keine komischen Geräusche, kein Babygebrüll.

Wir konnten uns also getrost von St.Peter aus nach Frankreich aufmachen.

Rennes

24.08. – 25.08.2009

Den ganzen Tag verbrachten wir in diesem kleinen Örtchen, planschten und jagten Fischen nach. Nicht nur Nele kam diese Fahrpasuse entgegen. Auch uns und Luca kam diese Abkühlung mehr als gerufen und wir genossen die Abühlung in vollen Zügen.

Unterwegs gabs noch zwei, drei kürzere Pausen bis wir im Wunschort ankamen, wo wir auch erst mal bleiben wollten:

La Roque-sur-Cèze

Das Örtchen samt Landschaft gehört zur Top 10 unsere Lieblingsliste der Anreiseorte gen Südfrankreich. Die grandiose Landschaft wird garniert mit dem Sahnehäubchen eines kleinen aber feinen mittelalterlichen Örtchens. Genau richtig um einen Urlaub einzuläuten. Wer ein größeres, bzw breiteres Wohnmobil hat sollte jedoch unbedingt beachten den Ort von der richtigen Seite her anzufahren, da die schmale Brücke die über das Flüßchen Ceze führt eine Beschränkung von 2,15m Breite aufweist. In diesem Falle empfielt es sich von Bagnols aus nicht die D980 zu nehmen, sondern über die D6 zu fahren.

 

Einen ganzen Tag lang stürzten wir uns in die Fluten, planschten und schwammen nach Herzenslust im Süßwasserfluss und ließen 5 gerade sein! Dann brachen wir auf in die so ganz andere Landschaft der Camargue, wo alles salziger war und wir die nächsten Tage verbringen wollten.

Plage de Piemanson

Ein geeignetes Plätzchen war schnell gefunden. Unsere Bekannten von den Vorjahren mit dem Hund Mikey erblickten wir jedoch nirgends.

Die Tage waren schnell gefüllt mit Faulenzereien, ausgedehnten Spaziegängen, Sandburgen bauen und beachen.

Wie in jedem Urlaub entwickelte sich auch in diesem Urlaub ein Bastelprojekt. Dieses Mal waren es nicht die Boote und auch keine Wasserräder sondern das Drachenbauen forderte uns tagelang heraus. Für Aussenstehende mag es schon so ausgesehen haben, als würden wir unsere Müllsäcke Spazieren führen – aber dem war natürlich nicht so 😉  – wir blieben unbeirrt und tüftelten weiter an verschiedensten Konstruktionen um die Dinger möglichst lange in der Luft zu halten.

 

Als sich dann doch der Lagerkoller ausbreitete war der richtige Moment gekommen, mal wieder den Fluss zu überqueren. Die Fähre brachte uns sicher ans andere Ufer der Rhone nach Port Louis. Hier hatte ich Jahre zuvor die ersten Nächte an einem wunderherrlich wilden Naturstrand verbracht, als ich mit Luca und einer Freundin und deren Tochter Lea das erste Mal in die Camargue gereist war. Inzwischen konnte man aber an diesem Strand nicht mehr nächtigen, er war eindeutig für Wildsteher gesperrt. Lediglich die Tage durfte man hier noch verbringen.

Das Städtchen Port Louis selbst ist wesentlich lebendiger und sehenswerter als Salin de Giraud. Es hat einen Hafen, einen Wohnmobilstellplatz, eine Tankstelle, eine Lagerhalle wo man auch Gas bekommt und einen großen Einkaufsmarkt. Immer wieder eine tolle Abwechslung zum Strandalltag drüben am Plage de Piemanson. Wir nutzten gleich die Gelegenheit, die Lebensmittelvorräte auf zu füllen und Elise zu betanken.

 

In Salin de Giraud findet alljährlich eine traditionelle Stierkampfveranstaltung Course camarguaise statt. Aber anders als befürchtet wird hier der Stier nicht mit Speeren gespickt sondern mit einem blumenkränzchenartigen Etwas, dass ihm abgenommen werden muss. Sieger ist der Stierläufer, der das Etwas ergattern kann. Irgendwie konnten wir dem ganzen Spektakel aber trotzdem nicht wirklich viel abgewinnen – wahrscheinlich genauso wenig wie die Stiere selbst, die uns wesentlich besser grasend auf der Weide gefielen.

 

Wir frönten weiter dem Strandalltag, wo es ausser Mülltütenflugstunden und Rumgammeln immer was zu schaffen gibt. Eine unserer Lieblingsbeschäftigung ist das Strandgutverwerten. Je länger wir am Strand leben, desto mehr Bauwerke rankten sich um die blaue Elise. Vom Schnorchelhalter, übers Windspiel zum beschützenden Strandmonstertotem war alles dabei.

Die Tage vergingen wie im Flug. Nach Mikey und seinen Besitzern hielten wir jedoch vergebens Ausscheu. Wir hatten die Familie aus Carpentras vor zwei Jahren hier kennengelernt und schon zwei Sommer lang allerlei Lustiges zusammen erlebt. Aber ganz ohne Nachbarn waren wir auch dieses Mal nicht.

Abends wurden diese munter und feierten allabendliche Feuerfeste. Mit Baby Nele jedoch zogen wir es vor das Spektakel aus der Ferne mitzuerleben.

 

Ausgedehnte Erkundungsspaziergänge wechselten sich damit ab, den Strand zu geniessen und nach und nach aufzuessen.

 

 

Luca zog auch hin und wieder alleine los mit Kamera bewaffnet und bekam so manch Skuriles vor die Linse.

Da wir dieses Mal recht spät in die Camargue aufgebrochen waren, leerte sich der Strand merklich und es war schon fast einsam, wenn man sich ein paar hundert Meter auf dem Strand weg vom festgefahrenen Sandparkplatz bewegte. In Frankreich enden die Schulferien immer Ende August und wir genossen es auch mal ohne großen Trubel hier.

 

Aber auch für uns neigte sich nun der Urlaubden Ende zu. es war schon Mitte September. Da wir die Rückreise gemütlich angehen wollten und noch den ein oder anderen Ort der Provence anfahren wollten, machten wir uns zunächst auf den Weg Richtung Fontaine-de-Vaucluse.

 

Wir hatten den Besuch extra auf die Rückreise gelegt in der Hoffnung, dass man die Auswirkung der bereits beendeten Ferien in Frankreich in dem sonst von Tourimassen überlaufenen Ort spüren würde.

Fontaine-de-Vaucluse

Der Ort war trotzdem sehr gut besucht. Es hielt sich jedoch in Grenzen. Wir folgten dem Fluss Sorgue und arbeiteten uns stets bergauf gegen die Strömung bis zu seiner Quelle vor. Dass es ein sehr trockener Spätsommer warsah man am niedrigen Wasserstand der Kastquelle.

 

Das geheinissvolle Blau, das keinen Boden zu haben schien zog uns sofort in seinen Bann. Abwechselnd (wegen Nele im Kinderwagen) kletterten wir über das Geröll ganz hinab zum Wasserspiegel der am Fuße einer 230 Meter hohen Felswand liegt. Hier unten empfing uns eine unerwartete Kühle.

 

Am Flüsschen selbst hingen wir auf dem Rückweg noch unsere Füsse ins Wasser und besichtigten auch die alte Mühle die noch immer behäbig ihr Mühlrad drehte. Eine kleine Kirche zog noch unsre aufmerksamkeit auf sich, dann verliessen wir auch schon den Ort, der ein Lieblingsausflugsziel der Franzosen zu sein schien. Es empfielt sich auf jeden Fall (wwenn möglich) ausserhalb der Saison aber zumindest unter der woche den Besuch dieses Ortes einzuplanen.

Langsam fuhren wir in den abend hinein und genossen das Lichtspiel auf den südfranzösischen Feldern um uns herum. Irgendwo in Frankreich verbrachten wir die Nacht um dann am nächsten Tag unseren obigatorischen Stopp im Schwarzwald bei Oma und Opa einzulegen.

Von dort war es dann nur noch ein „Katzensprung“ bis nach Hause.