Bretagne Umrundung Sommer 2013

Über 3000 km sind wir quer durch Frankreich, rundherum um die Bretagne, kurz ins Landesinnere und dann über die Normandie wieder Heim gefahren. Wir haben sehr viel gesehen, für jeden war was dabei… Elliot hat super durchgehalten, ohne eine einzige Panne und hat auf der ganzen Strecke von 3184 km gerade mal einen halben Liter Öl geschluckt. Was für ein Motor! 🙂

Anreise

Am Mittwoch den 7. August 2013 haben wir uns nachmittags auf den Weg gemacht. Die erste Nacht verbrachten wir nach fast 400 gefahrenen km einfach auf einem Parkplatz an der N4 kurz vor Ligny-en-Barrois. Nicht sehr schön, aber ganz in Ordnung. Ein schnelles Frühstück und wieder gings auf die Straße

Nach weiteren 100 km, planten wir eine größere Rast im regionalen Naturpark Forêt d’Orient nahe Troyes… wo wir am Ufer des Sees alle Viere von uns streckten und die Kinder planschten.

Auch an diesem Tag wollten wir natürlich so viele Kilometer als möglich machen und so fuhren wir nach dem Abendessen noch bis Le Mans weiter, wo wir in irgendeinem abgeschrabbten Kaff vor Müdigkeit und mit heißgelaufenen Bremsen einfach auf einem wenig konfortablen Parkplatz schliefen.

Am Folgetag, es war inzwischen Freitag, der 9. September, erreichten wir endlich die langersehnte Atlantikküste.

Quiberon

(Freitag, 9. August 2013)

Nach 1153km sind wir auf der Halbinsel Quiberon zum ersten Mal aufs Meer gestossen. Wäre Luca dabei gewesen, hätte er seine wahre Freude gehabt – denn der Stellplatz auf der Halbinsel Quiberon lag direkt neben einem Skaterplatz 😉 Wir brauchten einen Moment um uns zu orientieren und stapften quer durch die heideähnliche Landschaft auf der Suche nach dem großen Wasser. Als wir dann auf den Atlantik stießen, blieb uns der Atem weg ob der beeindruckenden Naturgewalt die sich uns hier bot. Baden war erst einmal vertagt. Solche Wellen! Da der Stellplatz recht weit vom Wasser entfernt war, wir aber, meerhungrig wie wir waren die Nacht so nah wie möglich am Ufer verbringen wollten, parkten wir noch einmal um – auf die schmalste Stelle der Halbinsel. Jetzt hatten wir auf beiden Seiten Meer, soweit das Auge reichte und nach einem wunderschönen Sonnenuntergang am wesentlich ruhigeren Sandstrand, rauschten uns die Wellen in sanfte Träume.

Carnac

(Samstag, 10. August 2013)

https://mapsengine.google.com/map/edit?mid=zskBneQ-218Y.kXyQmNYqmkLI

Nach einer Irrfahrt über die völlig verstopfte Halbinsel war uns schnell klar, dass in dieser Touristenflut nicht das zu finden war, nach was wir uns sehnten. So beschlossen wir Quiberon auf dem schnellsten Weg gen Carnac zu verlassen. Leichter gesagt als getan – im Schneckentempo krochen wir  Richtung Festland. Trotzdem wagten wir einen Abstecher nach Carnac, obwohl auch hier Menschenmassen von uns erwartet wurden. Allerdings wurden wir positiv überrascht. Kaum hatten wir die Haupttrampelpfade der Touristen zwischen den Dolmen und Menhiren verlassen – befanden wir uns in menschenleerer wunderbarer Natur. Und so genossen wir einen unerwartet herrlichen Spaziergang inmitten dieser Tourihochburg.

Über Lorient und Quimperele erreichten wir unser nächstes Ziel, an dem wir unsere Nacht verbringen wollten.

Loc’H Ven bei Tregunc

(Samstag, 10. August 2013)

Hier übertraf der Stellplatz (nach dem Getümmel auf Quiberon) alle unsere Erwartungen. Abseits des Ortes, direkt am Strand auf ebener Fläche fanden wir 6 Plätze, die eigens für Wohnmobile ausgewiesen waren. Weil der Platz auf einem kleinen erhobenen Plateau angelegt war, hatte man einen herrlichen Blick über den Strand und das Meer. Mit einem Erkundungsspaziergang, der uns vorbei am See Loc´h Ven führte, machten wir uns die Umgebung vertraut und schnell war klar: hier würden wir richtig ankommen können, durchschnaufen und entspannen nach der doch recht anstrengenden Anreise. Hier wollten wir erst einmal bleiben.

Damit es uns auch nicht langweilig wurde, rückte am zweiten Morgen die Gendermarie an: Nachts war das Klohäuschen umgeworfen worden. Diesen Fall galt es (in aller Gemütlichkeit) zu lösen.

Penmarch

(Montag, 12. August  2013)

Gleich zwei Sehenswürdigkeiten befanden sich hier, die wir in Augenschein nehmen wollten. Zunächst wanderten wir in Richtung  „Les Rochers“ oder auch „Die Felsen von St.Guenolé“ Hier rollt der Atlantik mit voller Wucht gegen die Felsen von St. Guénolé und hat dadurch die wildesten Felsformationen gebildet. Bei Unwetter schlagen die Wellen bis in die Straßen der Ortschaft hinein. Einzelne Felsformationen bekamen Namen wie „Höllenloch“, “ Fels der Opfer“ oder „Weihwasserkessel des Teufels“. Schade eigentlich, dass ein so windstiller Tag war als wir durch die skurile Felsenlandschaft schlenderten. So sahen wir nicht viel vom tosenden Naturschauspiel, für das dieser Ort so bekannt ist. Weiter ging es zum Phare d’Eckmühl An der Landspitze von Cornouaille ragt der Leuchtturm von Eckmühl mit 65 Meter hoch in den Himmel. Er gehört somit zu den höchsten Leuchttürmen Europas. Hier wiederum bließ uns ein eisiger Wind um die Ohren und machte uns das Warten zur Qual, bis wir endlich hineinschlüpfen durften um die 307 Stufen zu erklimmen. Aber das Warten hatte sich gelohnt. Das Bauwerk selbst beeindruckte uns mit seiner charmanten und reizvollen Bauart im Jugendstil und der Blick den wir von oben hatten war atemberaubend. Von innen ist der Leuchtturm komplett mit Opalglas gekachelt, das Geländer  ist aus Bronze gearbeitet und am Boden finden sich für diese Zeit typische Fliesenornamente.

Auf der Suche nach einem Stellplatz für die Nacht wurden wir schnell fündig. Ein Parkplatz nur 4 km südlich von Penmarch,  war schon recht gut mit Wohnmobilen belegt und so gesellten wir uns einfach dazu:

Pointe de la Torche

(Montag, 12. August 2013)

Bei Surfern ist dieses Fleckchen wegen seiner guten Wind- und Wellenverhältnisse sehr beliebt, allerdings auch wegen seiner sehr starken Unterströmung äußerst gefährlich. Die schmale Landzunge La Torche teilt den breiten – für Strandsegler geeigneten Strand in den nördlichen Plage de Treguennec und den südlichen Plage de Pors Can. Unser obligatorischer abendspaziergang führte uns zwischen den sehenswerte Felsformationen hindurch, hinauf zum Dolmen Beg an Dorchenn auf der „Spitze der Fackel”. Gleich daneben finden sich noch die Reste gesprengter, deutscher Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg. Uns beeindruckte das sehr, solche stillen Zeitzeugen aus verschiedensten Epochen so schweigend nebeneinander liegen zu sehen. Den Sonnenuntergang genossen wir am lang gedehnten Sandstrand und dann machten wir uns daran wie jeden Abend, in Elliot ein gemütliches Nachtlager zu richten.

Nach einem ausgiebiegen Strandtag machten wir uns Richtung Halbinsel Crozon auf.

Ile de l´Aber, Crozon

(Dienstag, 13. August 2013)

Auf der Suche nach einem geeigneten Übernachtungsplätzchen bogen wir aber noch vor dem Hauptort links Richtung Küste ab und fanden uns an einem Flussdelta zu Fusse einer Ruine bei Rozan wieder. Der ausgiebige Abendspaziergang überraschte uns mit der Schönheit des Fleckchens an dem wir ganz zufällig gelandet waren. Weil die Flut schon recht hoch gestiegen war, ließen wir die Erkundung der kleinen vorgelagerten Halbinsel Ile de l`Aber lieber bleiben.

Tagsüber verbrachten wir am Strand direkt vor Morgat, der vorallem seiner Grotten wegen recht bekannt ist. Obwohl die Flut schon eingesetzt hatte, erkundeten wir teils watend, teils schwimmend den Weg über die scharfkantigen Austernansammlungen um dann trockenen Fusses die „kleinen“ Grotten die nördlich von Morgat liegen, zu bestaunen. Die „große“ Grotte welche südlich von Morgat liegt, ist nur mit dem Boot zu erreichen. dieses Vergnügen gönnten wir uns auch noch im Laufe der Woche als Regenprogramm, als das Wetter nicht so recht wollte.

Loch March

(Mittwoch 14. August 2013)

Irgendwie nahmen wir in Morgat die falsche Straße und so kamen wir nicht, wie eigentlich geplant nach Saint Hernot, sondern stellten uns auf einem Parkplatz in der Pampas zum Kochen und Nächtigen. Erst nachdem wir uns orientiert hatten, wussten wir dann auch wo wir waren: nämlich keine 2 km vor dem eigentlichen Ziel, quasi am anderen Ende des Strandes. Dieser Abschnitt hieß Loch March. Da wir nun aber schon hier waren, blieben wir jezt auch hier. Immerhin galt der gesamte Strand als einer der schönsten der Bretagne. Aber auch mit der Entfernung zum Meer hatten wir und verschätzt… es war dann doch weiter weg als für einen schnellen Abendspaziergang gedacht, mit zwei müden Kindern, während Ralf kochte. Der Strand selbst war natürlich wunderschön aber weil wir den ebenso weiten Fußweg zurück mussten und ich unser Abendessen doch gerne noch warm zu mir nehmen wollte, war das ein kurzes Vergnügen am Strand. Wieder einmal war ich beeindruckt von Neles Ausdauer, was die viele Lauferei in diesem Urlaub anging, mit ihren 4 Jahren. Morgens beschlossen wir dann doch die paar Kilometer ans andere Ende des Strandes zu fahren – in der Hoffnung, näher an das Wasser zu kommen. Hier war ich das letzte mal vor 20 Jahren gewesen, mit einer Jugendgruppe vom Förderkreis Ferienzentren Schopfheim e.V. , die ich damals als Gesamtleiter des Indianercamps betreute.

Gegen Abend machten wir uns dann auf richtung Cap de la Chevre, wo wir nicht die einzigen waren, die die Idee hatten hier zu nächtigen.

Cap de la Chèvre, Crozon

(Donnerstag, 15. August 2013)

Ein großer Parkplatz lud natürlich auch große Wohnmobile und Luxusliner (die mich eher an fahrende Joghurtbecher erinnerten) an und so flüchteten wir uns zunächst in die unendlich verschlungenen Trampelpfade die sich durch herrliche Heidelandschaft winden. Die Nacht verbrachten wir dennoch ruhig und gemütlich…

Da die Wettervorhersage nicht gerade Sonne pur versprach, entschieden wir uns, einen Abstecher ins Landesinnere zu unternehmen.

Von Freunden ( Danke Kata nd Toto ;)… )  hatten wir den Tip bekommen und so tuckerten wir los gen:

Huelgoat

(Freitag, 16. August 2013)

Der erwartete Regen ergoss sich nur in ein paar halbherzigen Tropfen während der Fahrt auf der wir einen kurzen stopp bei einer Klosterruine machten. Zur Besichtigung derselben, passte das trübschaurige wetter hervorragend.

Als wir schließlich im Örtchen ankamen war der Spuk auch schon vorbei  und so machten wir einen ersten Erkundungsspaziergang Abends um den See von Huelgoat.

Der sagenumwobene Wald von Huelgoat sollte am kommenden Tag von uns erforscht werden.

Der im Naturpark von Armorika gelegene Wald von Huelgoat (was auf bretonisch so viel bedeutet wie Hochwald) war schon immer Gegenstand zahlreicher Sagen und Legenden. Seltsam geformte Felsen, Menhire, mystische Orte, die auf König Arthur, auf den Teufel oder die Heilige Jungfrau anspielen… Wir erkundeten sie alle und einmal mehr war ich von Neles Laufwilligkeit überrascht. Mehrere stunden waren wir unterwegs, durch das berühmte Felschaos der Mühle (Chaos du Moulin), entlang des Silberfluss` (Rivière d’Argent), hinab in die Teufelsgrotte (Grotte du Diable)- zumindest halb, dann drehte ralf mit nele wieder um weil sie sich doch nicht sicher war ob da unten ein Teufel hockte und in die Artus Grotte. Am beeindruckensten fanden wir den mächtigen, über 100 Tonnen schweren Stein „Roche Tremblante“, den Ralf zusammen mit der starken Nele  tatsächlich zum Wanken brachte. Pipi Langstrumpf hätte Augen gemacht, hätte sie das gesehen! Erst 4 und schon soooooo stark!

Völlig erschöpft vom vielen Laufen und Erleben schliefen Nele und Liam nach dem Umherwandern ein und so beschlossen wir, die Gunst der Stunde zu nutzen um wieder Richtung Küste zu fahren. Das Wetter war zwar immer noch nicht wirklich strandwürdig, aber wir hatten die Idee ein Hallenbad für den kommenden Morgen anzusteuern. Mal wieder richtig sauber werden unter heißer Dusche war ja auch verlockend. Zum pausieren und Abendessen kochen lockte uns ein winziges Örtchen seiner Kirchenanlage wegen an.

La Martyre

(Samstag, 17. August 2013)

Weiter ging die Schwimmbadsuche und schließlich wurden wir doch noch belohnt. Direkt vor einem Erlebnisbad schlugen wir unser Nachtlager zwar recht unromantisch – aber praktisch auf.

Landerneau

(Samstag, 17. August 2013)

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Morgens gabs tatsächlich den erwarteten Regen und wir konnten ungerührt davon unseren Badefreuden fröhnen.

Als wir dann endlich Mittags frisch duftend und hungrig vom Planschen das Bad verließen, hatten sich die dicken Regenwolken schon fast verzogen.

Wir steuerten den nächsten Platz an, der meiner Meinung nach auch der schönste auf unserer Reise war:

Lampaul-Ploudalmézeau

(Sonntag, 18. August 2013)

Hier waren wir wirklich im Paradies gelandet. Schade eigentlich, dass dies gleichzeitig der weitest von zu Hause entfernteste Punkt war. Aber das belastete uns gerade nicht, hier wollten wir bleiben und das Meer, die Sonne, die Landschaft und die Gezeiten genießen.

Hier hätten wir es noch Wochen aushalten können. Ausgedehnte Spaziergänge, Enddeckunstourn, Herzen kackende Wattwürmer, Seifenblasentanz und immer wieder „Lucagedenkminuten“ und Fotogrüße zu ihm aufs Handy.

Zwei Tage und Nächte genossen wir einfach nur, dann lockte uns ein nicht weit entferntes Ziel:

Ile Carn bei Portsall

( Dienstag 20. August 2013)

Elliot stellten wir bei Porsguen ab. Die Ebbe hatte sich schon so weit zurückgezogen, dass wir uns gleich auf den Weg machten. Unten am Strand von Porsguen angekommen erblickten wir vor uns die Insel Carn. Sie ist nur bei Ebbe erreichbar. Beim überqueren der Landzunge mit einer Länge von 600 Meter, mussten wir unheimlich aufmerksam sein, weil überall klitschige von Algen bedeckten Felsen und Wasserstellen den Weg versperrten.  Oben konnten wir schon bald den Steinhaufen sehen, der unser Ziel war. Der gesamte Grabhügel wurde nacheinander durch drei einzelne Hügelgräber zwischen 3280 und 1710 v. Chr. erbaut . Jetzt machte es sich bezahlt, dass wir eine Taschenlampe dabei hatten. Der Grabhügel hat drei Eingänge in die wir nacheinander auf allen Vieren hineinkrochen. Im Inneren der Gräber überkam uns eine richtige Ehrfurcht – so uralt das alles hier…. Vor dem Rückmarsch zum Festland genossen wir die Aussicht vom höchsten Punkt der kleinen Insel: die Strände, Porsguen, Tréompan, der Fels der Schlange an der Spitze der Teven Pen ar Pont, die Dünen von St. Pabu , Lampaul-Ploudalmezeau ließ sich erahnen, wo wir in den Dünen standen .

Ménez Ham, Kerlouan

Das Haus zwischen den Felsen muss man einfach mal gesehen haben, schade einfach das „Drumherum“, dieses Touristenmagnets. Aber wir gehören ja selbst, wie alle anderen auch, zu diesen Touristenhorden und so darf man sich nicht beschweren, dass der Ort um die kleine sehenswürdigkeit touristische Anlagen wie Kiosk… hat entstehen lassen.

Keremma

( Dienstag 20. August 2013)

Nur wenige Kilometer weiter deckten wir uns in Tréflez mit Baguette ein. Zu dieser Gemeinde gehört der beliebte langezogene Sandstrand Keremma, der mehrere Zufahrten mit teils in den Dünen versteckten Parkplätze hat. Perfekt für unser Nachtlager und so holperten wir über die schmale Sandpiste, immer auf der Hut nicht an einem der begrenzenden Holzpfosten hängen zu bleiben.

Weiter ging es am nächsten Morgen Richtung Morlaix. Aber wie so oft, wenn wir eine eigentlich sehenswürdige stadt durchqueren, schliefen die Kinder oder es lief einfach zu flüssig um lange einen Parkplatz zu suchen und schwupps ist man schon wieder raus aus der Stadt. Da wir aber ohnehin einen Kinderprogrammtag einlegen wollten, führen wir direkt weiter nach Pleumneur-Bodou. Hier hat man die Qual der wahl, denn der Ort lockt Kinder gleich mit mehreren Attraktionen: ein Freizeitpark, das Planetarium und die Rekonstruktion eines Gallischen Dorfs buhlen um die kleinen Gäste. Wir entschieden uns für Lezteres:

Gallisches Dorf  bei Pleumeur-Bodou

( Mittwoch, 21. August 2013)

Ziemlich k.o. von den Eindrücken, vom spielen und Boot fahren machten wir uns mal wieder auf, einen Stellplatz zu finden.

Trégastel

( Mittwoch, 21. bis Donnerstag, 22. August 2013)

Der schöne und zugleich touristische Ort liegt an der Côte de Granit Rose. Es gibt drei „Hausstrände“ die direkt um den Ort herum gelegen und mit wenigen Schritten zu Fuß erreichbar sind. Sowohl im Städtchen wie auch entlang der Strände kann man wunderschöne ausgedehnte Spaziergänge zwischen roten Felsen hindurch machen, die sich auch gut mit Kindern schaffen lassen.

Wir nächtigten auf einem großen Parkplatz an der Rue du Roi Arthur am mittleren Strand , der sogar mit Toiletten ausgestattet war. Nach einer ruhigen Nacht, einem gemütlichen Frühstück, nahmen wir uns den dritten Strand den wir noch nicht gesehen hatten vor. Wir waren begeistert von der Farbenpracht die uns der strand bot. Das Wasser war glasklar, türkisfarben und seicht, sodass sich sogar Liam hineintraute. Insgesamt erinnerte der Strand unheimlich an den Traumstrand Palombaggia auf Korsika. Für Familien mit Kindern sicher ein Geheimtip was Badestrände in der Bretagne angeht, da er eingefasst von Buchten auch keine Strömung oder Untiefen hat.

Mir fiel es wirklich schwer mich von hier loszureisen. Einen kurzen Abstecher machte ich mit Nele noch in die alte Kapelle im Ort und dann ging es weiter nach

Ploumanac´h

Das kleine Fischerdorf das inzwischen zur Gemeinde Perros Guirec gehört, ist ein wahrer Touristenmagnet. Das bekamen wir kleich bei der Parkplatzsuche zu spüren. Als wir eeeendlich was passendes für Elliot gefunden hatten wurden wir fast erschlagen von den Menschenmengen, die uns hier erwarteten. Am strand lagen die Handtücher dicht an dich und für Kinder gab es Animationsprogramm in Gummihüpfburgen. Alles in allem eher abschreckend für reisende wie uns. Da wir aber nun schon einmal hier waren, schlenderten wir zum bekannten Leuchtturm, der durch eine Landschaft skuriler roter Felsen und am Haus des Eiffelturmbauers Gustav Eiffel vorbei führt.

Einen schönen Blick konnten wir auch auf die Insel Costaérès mit dem neugotischen Schloss Costaérès das seit 1988 als Zweitwohnsitz von von Didi Hallervorden dient

So schön der Spaziergang mit all seinen Eindrücken war, so froh waren wir, als wir uns mit Elliot wieder von diesem Getümmel wegbewegten. Selbst perros Guirec war uns zu voll und so packten wir auch hier nach dem Abendessen unsere 7 Sachen zusammen, obwohl wir hier schon ein Plätzchen gefunden hatten. Schließlich landeten wir etwa 3 km südöstlich von

Paimpol

(Donnerstag, 22. – Freitag 23. August)

wo wir mit viel Glück die Abfahrt zur alten Klosterruine im Dunkeln fanden, die wir uns am nächsten Morgen anschauen wollten.  Die Ruine der Abbaye de Beauport wurde im 13. Jahrhundert vom Prämonstratenserorden aufgebaut. Da in der Abtei die Reliquien von Sankt Riom und Sankt Maudez, zwei keltische Einsiedler die auf benachbarten Inseln lebten,  aufbewart wurden, wurde Sie zum Ziel vieler Pilger. Hier verläuft auch der Jakobsweg der weiter bis nach Santiago de Compostela führt. Daran erinnert eine in Granit gemeisselte Jakobsmuschel.

Es war noch früher Vormittag, als wir uns wieder auf den Weg machten immer entlang der Küstenstrasse. Wir wollten uns heute noch das Cap Frehel anschauen – allerdings nicht den bekannten Leuchtturm sondern das Fort la Latte. Zuvor machten wir aber einen kurzen Abstecher bei Plouha an die Küste, wo es ein Wohnmobilstellplatz geben sollte.

Plouha

Les Palus-Plage

Obwohl oder gerade weil die 4 km lange Anfahrt in einer Sackgasse endet, ist der Stellplatz hier gut besucht. Abseits direkt am Strand ein offizieller Womo-Stellplatz mit Ver- und Entsorgung an dem man ganze 3 Tage umsonst stehen darf, lockt natürlich.

Wir verbrachten den Mittag am Strand, der teils aus Steinen teils aus Sand besteht mit faulenzen, Türmchen bauen, aber vorallem mit Krabben aufstöbern und jagen. Nele entpuppte sich zur wahren Krabbendomteurin.

 

 

Nachdem wir den Krabben wieder ihre wohlverdiente Freiheit geschenkt hatten, gings nun entgültig Richtung Cap Frehel. Hier führt die Straße weiter oben über demMeeresspiegel entlang und unten sieht man wunderschöne langgestreckte Sandstrände die zum Baden locken.

Wir hatten aber unsere Strandzeit für heute gehabt und so schlängelten wir uns weiter bis zum Parkplatz des Fort la Latte, an dem Wohnmobile nur tags über stehen dürfen.

Fort la Latte

Saint-Cast-le-Guildo

(Freitag, 23. – Samstag, 24. August)

„Les pierres du sonantes“

In dieses kleine Nest lockten uns die „Singenden Steine“. Nele und ich waren so dermaßen neugierig, dass wir uns noch Abends, während Ralf kochte auf die Suche machten. Fast hätte uns dabei die Flut überrascht und wir schafften es gerade noch so auf trockenen Boden.

Als wir zum Kirchplatz, wo wir unsere Nacht verbrachten, zurückkamen, stand schon tröstlich das Essen auf dem Tisch.

Wir ließen uns aber nicht entmutigen und machten am kommenden Morgen einen weiteren Anlauf und nach längerem und klopfendem Suchen wurden wir fündig 🙂 Scheinbar waren wir nicht die Einzigen, die etwas länger dazu brauchten: Viele der Steine die hier entlang des Flusses lagern sind vom vielen Klopfen der neugierigen Besucher schon eindeutig gekennzeichnet, was ich fast noch eindrücklicher fand als „das Singen“ selbst das eher einem metallischen Glockenschlag glich als einem Gesang.

Nach diesem Erfolg konnten wir getrost von dannen tuckern, Richtung Kosarenstadt, die gerade mal 16 km weiter lag.

Staint Malo

Saint-Malo liegt an der Smaragd-Küst im Norden der Bretagne direkt an der Mündung des Flusses Rance. Der historische Stadtkern intra muros (innerhalb der Stadtmauern) ist nicht mit autos zu befahren und wird von drei Seiten vom Wasser umspült. Wenn man St. Malo stressfrei genießen möchte bietet es sich daher an einfach den Shuttelservice zu nutzen. Die bewachten Wohnmobil-Parkplätze außerhalb sind gut ausgeschildert und wer möchte kann dort sogar übernachten und die Abendstimmung in der quirligen Stadt erleben. Wir entschieden uns für einen ausgedenhnten Stadtspaziergang, der uns zunächst auf der Stadtmauer rund um die Stadt herum führte bevor wir uns hinein und schließlich hinaus vor die Stadttore wagten.

In der Bucht von Saint-Malogibt es einen der größten Gezeitenunterschiede Europas zu bestaunen(12m). Wir waren mächtig beeindruckt vom Treiben, den Farben, der Stimmung Saint Malos und waren sicherlich nicht das Letzte mal hier. Die Landschaft vor den Stadtmauern machte besonderen Eindruck auf uns. Es gibt drei vorgelagerten Inseln Grand Bé, Petite Bé sowie das Fort National (Festungsbau durch Vauban 1689) die allesamt bei Niedrigwasser zu Fuß erreichbar sind.

Noch ganz benommen von den Eindrücken der Stadt fuhren wir weiter der Küstenlinie folgend. Links tauchte plötzlich Le Mont Saint Michel auf. Da wir für heute aber erst einmal genug gesehen hatten, beschlossen wir diese Sehenswürdigkeit bei einem nächsten Bretagneurlaub (außerhalb der Saison) zu bestaunen. Mit dem Auftauchen vom Mont Saint Michel wurde uns plötzlich bewusst, dass wir die Bretagne nun hinter uns gelassen hatten und sich der Urlaub entgültig dem Ende neigte. Da wir nun schon so weit waren, wollten wir die letzte Nacht am Meer auf einem uns bekannten Stellplatz direkt in den Dünen der Normandie bei Caen verbringen:

Normandie

Merville – Franceville-Plage

(Samstag 24. August – Sonntag 25. August)

Dieses lauschige Plätzchen kannten wir von unserer Geschichtstour durch die Normandie, die wir 2011 mit der Blauen Elise gemacht hatten.

Der Platz liegt am Rande des Örtchens direkt hinter den Dünen. Er bietet Platz für etwa 6 Wohnmobile, hat eine Ver-/ und Entsorgungsstation und ist kostenlos. Die Ortschaft selbst ist sehr Kinderfreundlich und hat mehrere Spielplätze für die Kleinen (direkt am Strand) zu bieten. Da der Platz dieses Mal aber voll war, nächtigten wir auf dem Parkstreifen davor.

Genau 800 km trennten uns von zu Hausen. Wenn man mit Elliot unterwegs ist, sind das noch mindestens 3 Tage, will man nicht den ganzen Tag hinterm steuer verbringen – und wer will das schon 🙂

Das Wetter und die Tatsache, dass wir nun doch schon eine ganze Weile ohne so richtig heiße Dusche unterwegs waren machte uns die entscheidung leicht: Heute war Badetag und so verbrachten wir den Tag irgendwo zwischen Küste und Valmy in einem Bad mit ausgiebigem Planschen, , Schwimmen, Duschen und Einschaumen. Herrleich so eine Badepause mit Haarcontest 😉

Moulin de Valmy

(Sonntag 25. August – Montag, 26. August)

Gegen Abend kamen wir in die Gegend von Valmy. Aus unserem früheren (Geschichts-)Urlaub in der Normandie war uns auch diese Mühle bekannt und wir beschlossen die Nacht hier zu verbringen. Zunächst waren wir etwas irritiert von den groß angelegten Umbauarbeiten. Zu Hause fanden wir später raus, dass an diesem geschichtsträchtigen Ort ein Museeum entstehen soll. Wir standen ganz einsam mit freiem Blick über die weiten Kornfelder die in der untergehenden Sonne ein wunderschönes Farbenspiel boten. Unvorstellbar, dass hier so viele Menschen ihr Leben ließen damals, bei der blutigen Schlacht von Valmy am 20. September 1792 und wir nun hier standen und Sphagetti kochten.

Verdun

Auch in Verdun waren wir auf unserer Geschichtstour damals gewesen. Allerdings hatten wir den Ort selbst nicht besucht sondern die zahlreichen geschichtsträchtigen stätten rundherum. So lag es nahe, dass wir dieses Mal den Ortskern erkunden wollten und bei dieser Gelegenheit Elliots Küche kalt ließen und essen gingen.

Bitche

(Montag, 26. August – Dienstag, 27.August)

Unsere letzte Nacht verbrachten wir auf dem Wohnmobilstellplatz in Bitche/ Lothringen. Wow, was für eine tolle Anlage! Alles ganz sauber – während wir standen wurden zweimal die Mülleimer geleert. Der Platz selbst liegt am Fuße der berühmten Zitadelle, die zu einem Spaziergang um die Festung oder zum erkunden der Festung selbst einlädt. Für Kinder gibts am Eingang ein kleines Burgtiergehege und hin und wieder Ritterspiele und sonstiges Programm.

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