TEIL 1: Südengland – neu verkabelt Sommer 2016

„Wann fahren wir endlich in`s Land wo die Prinzessinnen wohnen“?

Damit löcherte uns Liam nun schon monatelang, seit Elliot bei unserem letzten Versuch nach England zu kommen angefangen hatte zu brennen und damit unsere Englandreise ein jähes Ende nahm bevor sie überhaupt begonnen hatte.

Am Samstag den 6.08.2016 abends war es dann endlich so weit. Nach tagelangem Packen, Bibbern und Bangen tuckerten wir Richtung Stuttgart über Bretten bis Germersheim. Gebangt und Gebibbert hatten wir bis zum Schluss,  weil Elliot plötzlich Anlaufprobleme hatte. Als er dann endlich lief, riss sein nahezu neuer Keilriemen mit gerade mal gut 500km und wir befürchteten, dass es nun auf der mindestens 3000km langen Tour so weitergehen würde wegen des brandneuen Lichtmaschinenumbaus. Letztlich hatten wir aber sowieso keine Zeit mehr noch irgendetwas zu modifizieren und nachdem auch unser lieber Werkstattmann junior grünes Licht gab… gings (mit 4 Ersatzkeilriemen im Gepäck 😉 ) gemütlich los hinein ins Abendrot .

Germersheim

(Samstag, 6.08 – Sonntag 7.08.2016)

Die ersten 20km war uns noch sehr flau im Magen aber schnell stellte sich das gewohnte Elliotreisegefühl ein. Unsere erste Nacht verbrachten wir in der Südpfalz in Germersheim, direkt vor den Mauern der Festung inmitten der Stadt. Der zentral gelegene Wohnmobilstellplatz an der Carnot´schen Mauer war gut besucht, dennoch fanden wir ein Plätzchen für die Nacht.

Morgens genossen wir das herrliche Wetter und nahmen uns das Örtchen genauer unter die Lupe. Zur Freude der Kinder befand sich unweit ein Kinderspielplatz und auch der Brunnen direkt beim Stellplatz hatte Unterhaltungswert. Dennoch machten wir uns schnell wieder auf den Weg. Es galt ja noch etliche Kilometer zu fahren. Dieses Mal wollten wir nicht quer durch Frankreich reisen, da wir den Ort des Kabelbrandes doch lieber weiträumig umfahren wollten. Wir entschieden uns für die Strecke, die uns um Luxemburg herum durch Belgien führte. Kurz vor der belgischen Grenze machten wir unter einem der vielen Windräder die hier das landschaftliche Bild prägen Rast.

Kaum auf der belgischen Autobahn angekommen, gab es schon den ersten Härtetest für Elliot: STAU…

Anders als andere Oldtimer an denen wir im zähen Verkehr vorbeikrochen fing Elliot nicht an zu kochen und er brauchte auch keinen Halt zum Abkühlen auf dem Seitenstreifen. Hurra!

Der Stau kostete uns Zeit und Nerven, obwohl es einen Oldtimer nach dem anderen zu bestaunen gab. Heute schafften wir weitere 300km. Müde suchten wir uns am frühen Abend bei Vieviers ein Plätzchen und wurden tatsächlich fündig am

Lac de la Gileppe

(Sonntag, 7.08 – Montag, 8.08.2016)

An der Talsperre „Barrage de la Gileppe“ kann man wunderbar mit dem Wohnmobil stehe. Es gibt kostenlose, ausgewiesene Stellplätze direkt oberhalb der Staumauer am 76m hohen Aussichtsturm, den man mit einem verglasten Aufzug (ebenfalls kostenfrei) hinauffahren kann. Der Blick von oben auf den See und die Staumauer hinunter ist gigantisch.

Wer hier mehr Zeit verbringen möchte kann verschiedenen ausgeschilderten Wanderungen folgen oder sich im Hochseilgarten vergnügen,der ebenfalls direkt an den Stausee angrenzt. Der Wohnmobilstellplatz ist ausgestattet mit freiem WLan und öffentlichen, sehr sauberen Toiletten. Abends schlenderten wir noch über die Staumauer von wo aus immer wieder verschiedene gut ausgeschilderte Wanderungen dazu einladen die Gegend zu erkunden. Wir bummelten aber einfach wieder zurück und verkrochen uns bis zum nächsten Morgen in Elliots Busbauch. Die Nacht verlief ruhig und wir waren wirklich begeistert von diesem Örtchen – aber es lockte uns dennoch weiter gen Küste. Diese erreichten wir dann auch nach weiteren 245 km in

Oostende

Wow! Was für ein Gefühl nach dem letztjährigen Desaster die Küste erreicht zu haben. Keiner hatte es ausgesprochen und trotzdem hing die Angst wieder zu Scheitern über uns. Ab jetzt sollte das anders werden. Wir waren am Meer! Die Küste Belgiens erschreckte uns trotzdem erst mal – mit ihren Betonklötzen die dicht an dicht ans Meer gebaut sind – irgendwann fanden wir dann bei Westende doch einen Zugang zum Meer der nicht ganz so verbaut schien und die Dünen luden zum ersten Verweilen und Meer begrüßen ein.

Westende

( Montag, 8.08. – Dienstag, 9.08.2016)

Hier verbrachten wir auch die Nacht, da wir morgens ohnehin gleich weiter wollten.

Obwohl wir uns redlich Mühe gaben konnten wir der belgischen Küstenlandschaft wenig abgewinnen. Erst als wir eher zufällig an einem echten Monstertruck Schauplatz vorbei kamen, waren zumindest die Jungs plötzlich ganz angetan vom belgischen Angebot:

Trotzdem beschlossen wir so schnell als möglich die Grenze anzusteuern. Kaum hatten wir Frankreich erreicht, änderte sich das Landschaftsbild. Die Häuser waren keine Betonmassehotels mehr und obwohl auch hier der Strand dichter bebaut war, bekam man doch den Hauch des Flairs eines Fischerdorfes zu spüren – zumindest nachdem wir Dünkirchen hinter uns gebracht hatten. Wir hatten nun Gravelines erreicht und parkten Elliot direkt am Kanal des Ortes um den Tag hier am Strand zu verbringen. Schlendern, Fischbrötchen essen, mit den Zehen im sandbohren…. hach tat das alles gut, nach der ewigen Fahrerei.

Wir lagen super in der Zeit. Unsere Fähre sollte erst am nächsten Morgen gehen und Calais war gerade mal 24km entfernt. Alles gut! Erst als wir im Hafen von Calais ankamen und wir dort den allerletzten Parkplatz im Hafen ergatterten, sollten wir merken, dass wir die Zeit auch brauchen würden!

Calais

(Dienstag, 9.08 – Mittwoch 10.08.2016)

Wir hatten einen Platten! Erst mal kein Drama eigentlich – aber schnell war klar, dass das Ventil am Schaft (des neuen Reifens wohlgemerkt) gerissen war und wir das Ersatzrad montieren mussten. Gar nicht so einfach ohne Wagenheber! Der lag fein säuberlich gerichtet zu Hause auf der Treppe wie uns jetzt schmerzlich bewußt wurde. Na prima!

Inzwischen war es Abend geworden und nun waren wir heilfroh um die viele Zeit, die wir noch hatten. Es dauerte keine Stunde bis der ADAC Mensch auftauchte und die Sache in die Hand nahm. Nachdem wir ihn überzeugt hatten, dass wir so nirgendwo mehr hinfahren würden – auch nicht in seine Werkstatt – zog er mit unserem Schlauch und einem Ersatzschlauch den Ralf aus den Tiefen der werkzeugkiste zauberte von dannen. Weitere 2 Stunden später tauchte er wieder auf – wir waren schon nervös geworden – nachdem wir aber erfuhren dass auch das Ventil am ersatzschlauch defekt war wussten wir waum er so lange gebraucht hatte. Der gelbe Engel hatte uns einen neuen Schlauch besorgt – Abends um zehn in Calais für einen Bus von 1968! Hochachtung!

Schnell war Elliot wieder fit gemacht und wir hatten eine ruhige Nacht hinter Stacheldrahtwänden. Schon bei der Anreise war uns das Polizeiaufgebot und die Sicherheitsmaßnahmen aufgefallen rund um den Hafen und rund um die dortige Flüchtlingszeltstadt. Fährt man wie wir, von Belgien aus auf der D119 zum Hafen, kommt man direkt am Dschungel von Calais vorbei. Katastrophale Zustände!

Eigentlich konnte ich es nicht wirklich fassen, dass wir es tatsächlich endlich auf die Fähre geschafft hatten und als dann die weißen Klippen von Dover in Sicht kamen, begann für uns der richtige Urlaub.

Die Umstellung auf den Linksverkehr klappte überraschend einfach – wir ließen Dover schnell hinter uns mit dem Ziel der Küste entlang zu fahren bis wir den ersten schönen Strandplatz zum Ankommen finden würden. Das war gar nicht so einfach und erst nach ca 40km hielten wir am Stand von Littlestone.

Nach einem Strandspaziergang und nachdem wir einem alten englischen Ehepaar eine Aloe Vera abgekauft hatten, brachen wir wieder auf. Der Weg führte uns in´s nicht weit entfernte

Rye

(Mittwoch 10.08 – Donnerstag 11.08.2016)

Rye ist toll!!! Um es ganz einfach mal vorweg zu nehmen.

Die kleine Stadt die zur Grafschaft East Sussex gehört, hat sich den natürlichen Charme eines mittelalterlichen Örtchens bewahrt und wurde von uns sofort ins Herz geschlossen. Obwohl es natürlich gerne von Touristen besucht wird, findet man in den vielen kleinen Gässchen immer irgendwo ein Plätzchen wo es ruhiger zugeht.

Für uns war hier die beste Möglichkeit in England anzukommen. Rye erfüllt auf eine charmante Art und Weise alle Klischees einer englischen Kleinstadt: von der roten Telefonzelle über Hundesalons bis hin zu den pittoresken Häusern, die allesamt einen eigenen, liebevollen Namen tragen.

Wir hatten noch lang nicht alles gesehen, als uns der Hunger zurück zu Elliot trieb und so beschlossen wir kurzerhand hier unsere erste Nacht zu verbringen. Gleich Abends schlenderten wir noch einmal durch die Gassen und genossen die nun ganz andere Stimmung, als die Häuser ins Licht der untergehenden Sonne getaucht wurden.

Nach einer ruhigen Nacht maschierten wir noch einmal los. Direkt gegenüber auf dem Parkplatz des Bahnhofs hatten schon früh morgens Händler damit begonnen ihre Stände aufzubauen. Zwischen Klamotten- und Olivenständen gab es 1000 und eine Möglichkeit für Nele und Liam ihr Feriengeld auf den Kopf zu hauen. Mir hatten es eher die kleinen Lädchen angetan die alte Möbel und Blechschilder feilboten. Sogar eine alte Wanne mit Füssen – nach der ich zu Hause schon seit Moooooonaten suchte wurde hier verkauft… oh Jammer und Elend! Ralf war ganz blass geworden als er entdeckte, dass ich sie entdeckte 😀 Aber so viel Einsicht hatte ich dann doch, dass es wirklich nicht möglich war das gusseiserne Ungetüm auf Elliots Dach durch die Gegend zu kutschieren.

Also rissen wir uns los und ließen das gute Stück zurück um noch vormittags weiter zu fahren. Heute stand nämlich 20 km entfernt noch etwas anderes Sehenswertes auf dem Programm:

Bodiam Castle

Bodiam Castle ist eine wunderschöne gut erhaltene Wasserburg, die dem National Trust gehört. Hier wollten wir unseren Mitgliedsausweis von National Trust abholen, den wir im Vorfeld schon zu Hause übers Internet geordert hatten. Es klappte alles reibungslos und unsere Recherchen wurden bestätigt, dass ein Kauf vorort wesentlich teurer gekommen wäre. Ab jetzt waren wir also für 2 Wochen Mitglieder des National Trust und konnten somit sämtliche Gemäuer, Anlagen, Schlösser, Burgen und Gärten umsonst durchschlendern 🙂

Alternativ gibt es noch den English Heritage, den ich der Vollständigheit halber erwähnen möchte. Der Schwerpunkt des letzteren Vereins liegt eher auf dem Erhalt von Gebäuden, wohingegen der Natinal Trust auch ganze Landstriche und Küsten hegt und pflegt. Das sollte sich später noch als sehr praktisch für uns erweisen da wir durch unsere Mitgliedschaft nun befugt waren Elliot auf sämtlichen National Trust Parkplätze kostenlos zu parken (nicht zur Übernachtung wohlgemerkt!).

Bodiam Castel wurde 1385 bis 1395 erbaut und ist bekannt aus dem Film „Die Ritter der Kokosnuß“ von Monty Python. Wir waren mächtig beeindruckt, wie gut das Gemäuer noch erhalten ist und wie liebevoll National Trust gerade Kindern solche Gebäude und deren Geschichte durch Filme, Geschichtenerzähler und Darbietungen näher bringt. Das sollte uns noch häufiger auf unserer Tour begegnen, dass sich für Kinder und für Hunde besonders viel Mühe gegeben wurde.

Wir lagen gut in der Zeit und ausserdem zog es uns an´s Meer – über Pevensey Bay fuhren wir deshalb zum

Birling Gap

Eine Metalltreppe führt den steilen Kalk-Abbruch hinunter zum Kieselstrand und zu den Kalkklippen der Seven Sisters. Die Brandung und der Blick auf die Kalkklippen waren unheimlich beeindruckend. Experten erwartet dass Birling Gap in den nächsten Jahrzehnten der Erosion zum Opfer fallen und die noch verbleibenden Häuser im Meer verschwinden werden. Nicht schwer vorzustellen, wenn man erlebt wie hier die Brandung gegen die Steilklippe schlägt und unaufhörlich an ihr nagt.

Pünktlich zum Sonnuntergang machten wir uns auf den Weg Richtung Beachy Head („Schönes Kap“) – das mit 162 m die höchste Klippe Englands ist. Vom Beachy Head hat man einen wunderschönen Blick auf die Seven Sisters in die eine Richtung und in die andere auf den in der Brandung stehenden Leuchturm. Dieser wurde Anfang 1900 im Meer errichtet, weil der eigentliche Leuchtturm Belle Tout Lighthouse (ca. 2 km westlich des Beachy Head auf den Klippen) durch tiefhängende Wolken von Seefahrern oft schlecht zu sehen war.

Das Belle Tout Lighthouse musste 1999 um 17m landeinwärts versetzt werden um einen Absturz ins Meer zu verhindern. Inzwischen ist es in Privatbesitz. Hier ließe es sich Tage lang aushalten – überall schlängeln sich kleine Pfade durch die Landschaft, die zum Erkunden locken. Wir genossen einen herrlichen Sonnenuntergang und machten uns dann aber auf, zu unserem ersten Übernachtungsplatz per Brit Stops in Peaceheaven Telescombe (Donnerstag, 11.08 – Freitag, 12.08.2016)

Brit Stops ist das Pendant zu „Landvergnügen“ oder „france passion“. Das Prinzip ist ein einfaches: Man erhält durch einen (wie wir finden) geringen Obulus einen Aufkleber, der einen berechtigt eine oder zwei Nächten an verschiedenen Orten zu stehen. Meisst sind es in England Pubs oder auch Farmen die sich an britstops beteiligen und ihre Parkplätze zur Verfügung stellen. Gerne kann man in den Bauernhofläden Käse und sonstige eigene Produkte kaufen oder im Pub abends ein Guinnes genießen – man ist aber nicht dazu verpflichtet. Ein wunderbares Konzept dass uns 4 Wochen England mit vielen schönen Begegnungen, teils lustigen Nächten und ganz ohne Campingplatz ermöglicht hat was ja zumindest im Süden sonst schon eher schwierig ist – anders als in Frankreich zum Beispiel ist freies Übernachten äusserst ungern gesehen.

Aber zurück zur Tour:

Nach einem gemütlichen Frühstück zu denen wir die Picknickbänke des Pubs nutzen durften, die wunderherrlich auf einer Klippe standen, wagten wir uns in das Getümmel der nächsten und größeren Hafenstadt

Portsmouth

Portsmouth gehört zur Gafschaft Hampshire und lockte uns vorallem seiner Museumsschiffe wegen. Der Spinnakertower wies uns von Weitem schon den Weg. Den Hafen mit den alten Schiffen zu finden war etwas umständlich.

So richtig nah ran kamen wir dann auch nicht an die alten Museumsschiffe Mary Rose, HMS Victory und HMS Warrior dennoch genossen wir die Eindrücke der Stadt und des emsigen Treibens hier. Nur eine Prinzessin hatten wir immer noch nicht getroffen, wie Liam abends frustriert feststellte. Aber unsere Englanderkundung hatte ja gerade erst begonnen und so konnten wir ihn auf die vielen Tage die noch vor uns lagen vertrösten!

Unser nächstes Ziel sollte der New Forest sein. Dass wir dort erst einaml stranden würden ahnte jetzt noch keiner von uns!

Lyndhurst (New Forest)

(Freitag, 12.08 – Sonntag, 14.08.2016)

Komische Geräusche hatten Ralf zum Halten gebracht. Zum Glück waren wir nach 51 gefahrenen Kilometern gerade schon in den Ort unserer Wahl hineingefahren. Es war ja bereits Abend geworden, als wir mit Schrecken feststellen mussten:

Alle Radmuttern des hinteren Zwillingreifens hatten sich gelöst und wir waren kurz davor das Rad zu verlieren! Keinen Meter konnten wir so weiter fahren.

Alles Fluchen half nix – Ralf hatte zwar noch eine der bereits 3 verlorenen Muttern gefunden, aber ohne Wagenheber konnten wir das Rad ohnehin nicht wechseln…. ausserdem gingen wir davon aus, dass durch die Fahrt die Radbolzen beschädigt worden waren. Einziger Lichtblick: Wir hatten die Panne in einem wunderschönen Örtchen und standen mitten auf dem Dorfplatz! Sowohl die Bewohner wie auch der Platzwart nahmen so herzlich Anteil an unserem Malheur, dass wir schon fast getröstet waren. Morgens wurden wir mit selbstgebackenem Kuchen versorgt und auch sonst war die Hilfsbereitschaft der Menschen hier wirklich überwältigend. Ein altes Ehepaar schrieb uns einen EMERGENCY-Zettel für die Windschutzscheibe und der Platzwart war schon fast beleidigt weil wir einen Parkschein gelöst hatten: „Schöne Busse mit Pannen stehen hier frei!“ Es gab eine öffentliche Toilette direkt vor der Bustür und daneben die Tourist-information die uns mit Karten und Ausflugstipps der Umgebung versorgte. Hier erfuhren wir auch, dass wir im Dorf der „Alice im Wunderland“ gestrandet waren oder zumindst der Alice, die den Autor Lewis Carroll damals zu seiner Geschichte inspiriert hatte.

Ganz besonders tat es uns die neugothische Kirche St Michael and All Angels an, auf deren Friedhof Alice Liddell alias Alice im Wunderland begraben liegt.  Der mehrfarbiger Ziegelsteinbau aus den Jahren 1858–1870 beeindruckt mit seinen warmen Farben und hat sowohl von außen wie von innen eine ganz besondere Ausstrahlung.

Lyndhurst bildet mit seinen ca 3000 Einwohnern das Zentrum des New Forest Naturparks. Lyndhurst bedeutet so viel wie: „Mit Linden bewaldeter Hügel“ – und wie der Name schon erahnen lässt gibt es in Lyndhurst aber auch drum herum einige mächtige alte Linden und Eichen zu bestaunen. Das Städtchen liegt inmitten des bewaldeten ehemaligen königlichen Jagdreviers, wo allerhand freilebende Tiere unterwegs sind – allen vorran die „wilden“ New-Forest Ponies. Ein Paradies für Pferdenarren – ein Paradies für Nele!

Aber auch Naturliebhaber und Ruhebedürftige kommen im New Forest auf ihre Kosten. Alles ist so weitläufig, dass man wohl tagelang ohne jegliche Menschenbegegnung den Wald durchstreifen könnte – verlässt man die Hauptattraktionen wie den Reptilienpark oder die oak oder den Wildfütterungsplatz…. DANKE liebe Bärbel, für diesen tollen Tipp!

Nachdem wir vom englischen ACD ebenso freundliche Hilfe bekamen, wie uns schon die Anwohner hatten zukommen lassen, wagten wir mit Elliot die ersten Kilometer in den New Forest hinein. Da die Felgenlöcher ausgeschlagen waren musste das Ersatzrad herhalten – jetzt waren wir mega froh, diesen Joker nicht schon in Calais ausgespielt zu haben. Der ADC Mann empfahl uns freundlich nur noch bis zur nächsten Werkstatt zu fahren – oder aber mindestens alle 50 Meilen den Sitz der Muttern zu kontrollieren, da wie befürchtet die Radbolzengewinde arg in Mitleidenschaft gezogen worden waren. Umso unglaublicher, dass er viel Zeit damit verbrachte die Gewinde nachzufeilen und nachzuschneiden – einfach um uns wieder fahrtüchtig zu machen. WAS FÜR EIN SERVICE!

Im Black Forest angekommen, waren wir sofort absolut bezaubert. Man muss diese Stimmung selbst erlebt haben – Stille und Einsamkeit in mitten von Pferdeherden, Wildschweinrotten und Rotwildrudeln… und obwohl emfohlen wird Distanz zu den Pferden (gerade Stuten mit Fohlen) zu bewahren – hatten wir keine Chanc uns dem kleinen Wildfohlen zu entziehen: es hatte sich in Elmo verliebt und folgte uns auf Schritt und Tritt! Stupste ihn immer wieder an, was Elmo (der ja nun wirklich ein großer Hund ist) total verunsicherte – Erst Nele Pferdeflüsterin konnte das Fohlen ablenken und führte es (wie auch immer) zurück zur Mutterstute: Wow… ich staunte nicht schlecht! Ich hatte wirklich Respekt vor den Pferden. So schön sie waren – so unwohl war mir so nah dran…

Nun, wo Elliot wieder fuhr, wollten wir uns nicht wieder auf den Dorfplatz stellen… trotzdem blieben wir noch eine Nacht in Lyndhurst – hier gab es tatsächlich auch einen Pub mit britstops. Der Abend entwickelte sich zu einem wunderschönen Beisammensitzen mit anderen Britstoppern und die Kinder, die sich sofort anfreundeten konnten im Pub-garten kegeln und sich auf dem kleinen Spielplatz austoben. Liam war ganz angetan und himmelte „seine Prinzessin“ Laura den ganzen Abend an :). Zwar kam Laura und Familie ebenso wie wir aus Deutschland – aber für ihn hatte sich der Traum eine Prinzessin kennen zu lernen erst mal erfüllt.  Ein gemeinsames Frühstück an dem wir von unseren neuen Bekannten in die kullinarischen Geheimnisse (wie Scotcheggs) eingeführt wurden, rundete diese wunderschöne Begegnung ab. Viele liebe Grüße an dieser Stelle an euch 4 Lieben <3 wir haben es sehr genossen mit euch zu britstoppen!

Schweren Herzens trennten sich unsere Wege. Für uns ging es erst mal wieder landeinwärts zu einem der wohl bekanntesten Sehenswürdigkeiten Südenglands! Nach Stonehenge. Zunächst legten wir aber am Old Sarum eine Mittagspause ein.

Old Sarum

Old Sarum gilt als die älteste Siedlung Englands. Es gibt Schätzungen die besagen, dass sie schon 3000 v. Christus bewohnt gewesen sein musste. Sie liegt auf einem Hügel nur wenige Kilometer von Salisbury Richtung Stonehenge. Viel ist nicht mehr übrig von der einstigen Siedlung aus der nach und nach die Bevölkerung nach New Sarum (heute Salisbury) abwanderten. Dennoch beeindruckte uns die Anlage sehr und weil nicht sehr viel Trubel herrschte, konnte man sich anhand der einzelnen Schautafeln sehr gut vorstellen, wie es hier oben einst gewesen sein musste. Nach einem gemütlichen Kaffe für die Großen und Milchreis für die Kleinen steuerten wir dann direkt auf das berühmte Stoneheng zu.

Stonehenge

Hach! Echt? Muss das jetzt sein? Sonst machen wir doch auch immer einen riesen Bogen um solche Touristenmagnete…. och Mensch – naja, wenns dir sooooo wichtig ist!

Allein der Gedanke an die Massen von Menschen die ich in Stonehenge erwartete verdarben mir die Lust. Zu Hause hatten wir diese Diskussion schon geführt…. und was soll ich sagen?

Ich bin begeistert!

Ich rate jedem, der ähnliche Gedanken hegt wie ich und Stonehenge eigentlich lieber links liegen lassen möchte: Fahrt hin – schaut es euch an!

Die 2. gute Nachricht ist: Die Steinkreise können als National Trust Mitglied umsonst besucht werden! Und das, obwohl die Sehenswürdigkeit eigentlich zu den Enlish Heritage Angeboten gehört. Wahnsinn, damit war als Familie schon fast die halbe Mitgliedschaft wieder drin, denn was Eintrittspreise in England betrifft bewegt man sich nahezu ausnahmslos im Hochpreissegment.

Auf dem Weg vom Besucherzentrum (Parkplatz)  hin zu den Steinkreisen verteilten sich die Menschen schon zusehens. Der ca 2,5 km lange Weg kann zwar auch mit einem Shuttlebus gefahren werden der zwischen Parkplatz und Sehenswürdigkeit für Besucher mit einer gültigen Eintrittskarte umsonst pendelt, aber der Spaziergang durch die Felder über einen kleinen Hügel vorbei an einem Arboretum war genau die richtige Einstimmung. Liam und Nele legten den Weg mit Rädern zurück, was zwar etwas hubbelig aber durchaus eine Möglichkeit für kleine lauffaule Füsse ist, die Sehenswürdigkeit ohne Gemaule zu erreichen. Über Stonehenge selbst gibt es so viel im Internet zu lesen, dass ich mir eine Beschreibung spare.

Wir waren nicht die einzigsten, die der Verlockung erlagen, einfach die Nacht auf dem Parkplatz des Besucherzentrums verbringen zu wollen. Eigentlich sollte man es als (Wild)Camper langsam besser wissen, dass viele andere Womos noch lange keine Garantie für ein Übernachtungsgebot ist und so kam prompt um Punkt 21.00Uhr die ohnehin schon befürchtete Gewissheit in Person des Parkwächters anmaschiert: wir wurden allesamt des Platzes verwiesen und es gab kein padon! Im Nachhinein erwies sich dieser Umstand – und das war es tatsächlich… alles wieder einpacken (wir hatten grad gekocht), fahrfest verrzurren – allem voran die Kinder…. als wunderbare Fügung. Denn auf unserer Suche nach einem Nachtplatz fuhren wir letztendlich zurück nach

Salisbury

(Sonntag, 14.08. – Monatg, 15.08. 2016)

Da wir nun schon mal mitten in der Stadt standen und das auch noch an einem herrlichen Fluß mit kinderfreundlicher Parkanlage, beschlossen wir, natürlich auch dem Innenstädtchen ein Besuch abzustatten: Spielgeräte und Wiesenflächen auf denen Hunde willkommen sind wechselten sich ab und zogen sich den ganzen Fluss entlang, bis wir schließlich Richtung Kathedrale abbogen. Was für ein prächtiges Bauwerk mit so vielen kleinen filigran gearbeiteten Details und einer unheimlich beeindruckenden Fassade. Alles war wie so viele Gebäude die wir nun schon gesehen hatten in einem frühen englisch gotischen Stil gebaut. Etwas schüchtern lugten wir hinein – wir hatten ja Elmo im Schlepptau… Die Lage wurde vom freundlichen Personal sofort erkannt und wir bekamen eine EXTRAeinladung doch bitte mit Hund einzutreten…. was für ein hundefreundliches Land wir doch bereisten! Menschen gingen hier auch ganz anders auf Elmo zu – das war richtig befreiend. Aber zurück zur Kathedrale: Das Innere war nicht weniger beeindruckend und hier erfuhren wir dass das Bauwerk  aus dem 13. Jahrhundert  stammte und sich hier auch (frei zugänglich) eines der vier noch erhaltenen Exemplare der Magna Carta befand. Gänsehaut lief mir über den Rücken, als ich vor diesem Relikt stand – der orginalen „große Urkunde der Freiheiten“ die ( erstmals in der Geschichte überhaupt) grundlegende politische Freiheiten des Adels gegenüber dem englischen König definierte – der erste Schritt zur Demokratie, wenn man so will. Artikel 6 der Europäischen Menschenrechtskonvention lässt sich ebenfalls auf die Magna Carta zurückführen.

 

Aber das war nicht die einzigste Überraschung mit der uns die Kathedrale von Salisbury in ihren Bann zog: Der unbeschreiblich schöne Kreuzgang und der 123 Metern hohe Turm der Kathedrale, der somit der höchste Kirchturm Englands ist waren das Sahnehäubchen in unserem Staunen. Leider hatten wir in Unwissenheit um diese einmaligen Sehenswürdigkeiten hier viel zu wenig Parkzeit gelöst und da das in England unter Umständen ein kleines Vermögen kosten kann, verkniffen wir uns den Aufstieg und vertrösteten uns auf unseren nächsten Englandurlaub. Dass wir wieder kommen würden, war uns nach wenigen Tagen anderenorts schon klar gewesen.

Salsbury und die Besichtigung der Kathedrale waren ja eigentlich gar nicht auf unserem Programm gestanden und so ergab es sich,dass am selben Tag noch ein weiteres altes Bauwerk auf unserem Tourenplan stand. Wir waren daher ganz froh, dass dieses Mal doch mehr als nur 15km die es von Stonehenge bis hier her waren vor uns lagen und wir daher etwas Zeit hatten, die ganzen Eindrücke zu verdauen. 68 km tuckerten wir teils entlang des westlichen New Forests bis Corf Castle, jedoch nicht ohne zunächst alle 10km dann alle 20 km immer wieder anzuhalten um die Radmuttern zu prüfen. Da war doch noch was! Später besorgten wir im Drogeriehandel Nagellack – damit konnten wir die nächsten 3000km die unsere Reise noch dauern sollte, ganz einfach auf Sicht die Muttern kontrollieren.

Elliot trug uns unbeirrt bis zur ebenfalls sehr gut erhaltenen und sehenswürdigen Burganlage.

Corfe Castle

Das hunde- und kinderfreundlichste Völkchen ever! Das stellten wir immer wieder in verschiedensten Situationen fest. So zeichnet sich England auch dadurch aus, dass Sehenswürdigkeiten für Kinder so liebevoll und interessant gestaltet sind, dass wir die ganzen 4 Wochen so gut wie keine Schwierigkeiten hatten mit den Kindern teils sogar mehrstündige Führungen durch Gebäude zu unternehmen. Fast täglich schauten wir uns etwas an. Daheim wäre das nicht gerade denkbar. Von Burgralleys über mittelalterlichen Instrumentebau über Rubbelbilder an Denkmählern und Verkleidungsmöglichkeiten… der Ausgestaltung an Kinderaktionen war fast keine Grenze gesetzt –  man sollte allerdings immer Stift und Papier parat haben.

Corfe Castle gehört zur Grafschaft Dorset und wurde Ende des 9. Jahrhunderts erbaut. Sie diente unter anderem als Kulisse für Filmarbeiten zu Enids Blytons „Fünf Freude“. Von der Ruine aus genießt man einen wundervollen Blick weit hinweg über die Ortschaft Corfe. Inzwischen ist wieder die ganze Ruine zugänglich, nachdem sie vor einigen Jahren zu Teilen noch als einsturzgefährdet galt.

Nicht nur die Ruine ist ein wirklich sehenswerter Ort. Es ist auch richtig schön, durch Corf selbst zu schlendern. Die Häuschen sind liebevoll herausgeputzt und kommt man nicht gerade zur Hochtouristenbesuchszeit, so kann man ungestört durch die Gassen schlendern – das war zumindest bei uns in den frühen Abendstunden so.

Es war mal wieder Zeit, ein Plätzchen für die Nacht zu finden. Wie in einem touristischen Ort nicht anders zu erwarten , gab´s hier eine Menge Übernachtungsverbote. Also hielten wir uns Richtung Küste. Von der Lage her hätten wir es eigentlich erahnen können dass wir auch in Swanage nicht fündig werden würden – aber immerhin konnten wir so zumindest fahrend einen Eindruck vom sehr touristischen Küstenörtchen erhaschen.

Wareham

(Montag, 15.08. – Dienstag, 16.08. 2016)

Aus unserer Misere rettete uns mal wieder ein Brit stop – der hässlichste zwar auf unserer Reise – aber es war ja scließlich nur zum Übernachten. In Wareham auf dem Parkplatz des Monsoon Indian Cuisine verbrachten wir die Nacht. Da unsere Reise bisher sehr Burgenlastig war, was Sehenswürdigkeiten anging, überraschten wir die Kinder nach dem Frühstück und einer 40 km langen Fahrt mit einer ganz besonderen Attraktion:

Abbotsbury Swannery

Laut Internetseite ist das Schwanenreservat weltweit das einzige seiner Art. Es ist einem als Besucher möglich, zwischen der Schwanenkolonie umher zu gehen und den Schwänen teils beim Brühten ins Nest zu schauen. Die Swannery wurde von Benediktinermönchen gegründet, die um 1040 ein Kloster in Abbotsbury errichteten. Die Mönche züchteten die Schwäne, um Nahrung für ihre aufwändigen Dorset-Bankette zu produzieren. Heute leben die Schwäne freiwillig in der vorgelagerten Lagune (Fleet) die nur durch einen Sandstrand vom Meer getrennt ist. Täglich kann man hier bei der Fütterung von nahezu  600 Schwänen helfen. Ein wirklich einmaliges Erlebnis (das uns fast den Schock über den Eintrittspreis von sage und schreibe 45Pfund vergessen ließ).

Außerdem gibt es ein Labyrinth in Form eines Schwanes zu erforschen, ein paar arme angekettete Greifvögel und einen Spielplatz auf dem man Verweilen kann. Angrenzend gibt es noch eine Kinderfarm (im Preis inbegriffen) mit Schweinen, Eseln,… deren besuch wir aber ausfallen ließen, da Elmo ja nun schon wärend des Besuchs der swanery im Bus auf uns warten musste. Ein Oldtimerliebhaber der uns auf unserem Weg zur swanery verfolgt hatte weil er fragen wollte, was Elliot denn für einer sei, gab uns entsprechende Badetipps. Ein Blick in die National Trust App – die übrigens sehr empfehlenswert ist – verriet uns einen Parkplatz an einem der empfohlenen Strände – dem Cogden Beach.

Cogden Beach

(Dienstag, 16.08. – Mittwoch, 17.08.2016)

Es war ein tolles Gefühl wieder an der Küste zu sein und dazu noch bei herrlichstem Sonnenschein. Überhaupt zeigte sich uns das typische englische Wetter bisher noch kein einziges Mal – von wegen in England regnet es nur oder ist dauerhaft neblig! Wir konnten also gar nicht anders als den Rest vom Tag beachen zu gehen 🙂

 

Der Parkplatz war für uns wie alle National Trust Plätze kostenfrei und befand sich direkt an der Straße die sich etwas oberhalb der Küste entlangschlängelte. Um zum Strand zu gelangen durchquerten wir erst einmal eine Kuh- und Schafkoppel. Unten angekommen konnten wir kaum fassen wie leer der Strand war trotz des herrlichen Wetters. Ein weitläufiger Strand mit bunten kleinen Kieseln die den Füssen angenehm warm schmeichelten. Weils hier so herrlich einsam war und wir einen tollen Blick aufs Meer hatten, blieben wir auch gleich für die Nacht stehen.

 

Auch am Folgetag stiegen wir noch einmal in die Fluten…. nie hätten wir erwartet dass man in England richtige Badefreude haben kann. Weils so herrlich schön zu bleiben schien, schauten wir uns aber gleich morgens nach einem Strand um, an dem man mit Elliot näher am Wasser stehen konnte. Fündig wurden wir 12 km weiter in Seatown (nicht zu verwechseln mit Seaton). Der Carpark direkt am Meer hatte noch nicht einmal geöffnet und so hatten wir freie Platzwahl, als sich dann wenig später die Schranken hoben. Ebenfalls ein wunderschöner Strand in den ein kleines Flüsschen mündet direkt unter Lehmfelsen. Inzwischen waren wir ja inmitten der Jurassic Coast („Jura-Küste“) und so kamen natürlich auch Hammer und Meisel mit in die Badetasche. Den Tag verbrachten wir mit Baden und Fossilien suchen und während die anderen der Familienbande faulenzten machten sich Elmo und ich auf den Weg den Coastpath zu erkunden der sich der Küste entlang immer höher über die Klippen schlängelte.

Als ich nach über 2 Stunden Wanderung wieder zum Strand zurückkehrte hatte sich die Wetterlage schon drastisch verändert und die Sonne hatte sich hinter den Wolken versteckt.

Meine Kinder waren in meiner Abwesenheit dem Fossilienfieber verfallen und so stand das Programm für den kommenden Tag schon fest 🙂

Ganz in der Nähe von Lyme Regis – der Fossilienstadt schlecht hin – britstoppten wir auf dem Parkplatz eines Pubs.

Lyme Regis

(Mittwoch, 17.08. – Donnerstag, 18.09.2016)

Das kleine Städchen wird auch die „Perle von Dorset“ genannt und hatte im 13. Jhd einer der wichtigsten Hafen. Bekannt ist der Ort auch seiner mächtigen Hafenmauer „The Cobb“ wegen, die sich komplett am Stadtrand zum Meer hin entlangzieht. Mir war Lyme Regis aus dem Hörspiel: „2 bemerkenswerte Frauen“ bekannt, das vom Leben der späteren und bis heute bekannten Paläontologin Mary Anning erzählt. Die damals etwa 12 jährige Mary, die das Familieneinkommen mit Fossiliensuche unterstützte, fand nach einem Unwetter in den Klippen von Lyme Regis um 1811 herum einen nahezu vollständigen Ichthyosaurus (Fischsaurier). Ein wahres Fossilienfieber wurde damals ausgelöst und auch heute sieht man entlang der Jurassic-Coast noch überall Fossiliensucher mit Hammer und Meisel ausgerüstet. Seit 2001 gehört dieser Küstenabschnitt zum Wetkulturerbe der UNESCO

 

Natürlich zogen auch wir los mit Hammer und Meisel…. aber so richtig fündig wurden wir nicht. Man kann eben nicht beides haben: spektakuläre Fossilienfunde UND wochenlanger Sonnenschein ( wo die Fossilien schon nach wenigen Tagen von den täglichen Touristenströmen abgesammelt sind). Einen Eindruck davon, was es hier an der Juraküste rein theoretisch zu finden gäbe bekamen wir im Fossilienmuseeum des Ortes, wo auch Marrys Fischsaurier zu bestaunen war. Das Musseum selbst ist klein aber fein in einem wunderschönen alten Gebäude, das schon selbst eine Besichtigung Wert ist.

 

Hier an der Jurassic Coast endet der 1. Teil des Reiseberichts Südengland – neu vergabelt 2016!

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Weiter geht´s hier: 2. Teil – Südengland 2016 (der Link wird aktiviert sobald der 2. Teil fertig geschrieben ist)

Im 2. Teil fahren wir immer weiter der Küste entlang, durchqueren das Dartmoor und erreichen schließlich Cornwall. Kurz vor Land´s End fahren wir im Bogen über Saint Ives, statten Tingtagel einen Besuch ab und sehen noch einige tolle Gärten und Anwesen….

 

 

 

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